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Russland

Sorgloser Umgang mit den Ressourcen führt zu hohen Verlusten 

Russland verfügt über die weltweit größten Gasreserven sowie enorme Ölreserven. Allerdings ist der Export dieser Ressourcen sehr viel lukrativer als der subventionierte Verbrauch in maroden Wohnungen, Heizwerken und Industrieanlagen. Eine Modernisierung ist also überfällig.

Die russische Wirtschaft zählt zu den energie- und CO2-intensivsten der Welt. Allein nach Angaben der „Energiestrategie Russlands bis zum Jahr 2020“ kann der derzeitige Energieverbrauch nahezu halbiert werden, wenn Energieressourcen effizienter genutzt werden. Trotz  gewisser Fortschritte in den letzten Jahren, liegt das Potenzial zur Erhöhung der Energieeffizienz weitestgehend noch brach.

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Energievebrauch in Russland nach Verbrauchern (Anklicken zum Vergrößern)

Die Sektoren mit dem höchsten Einsparpotenzial sind der Energiesektor, gefolgt von der Industrie und den privaten Haushalten und dem kommunalen Sektor.

Mit der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch Russland haben sich zusätzliche Perspektiven sowohl für die Erschließung der Effizienzpotenziale als auch für die Nutzung erneuerbarer Energien geöffnet.

Russland steht vor der Aufgabe einer unumgänglichen Modernisierung sowohl seiner Anlagen zur Energieerzeugung als auch der Technologien auf der Verbrauchsseite. Die dena konzentriert sich in Aktivitäten auf die Bereiche Gebäudemodernisierung und Modernisierung der kommunalen Wärmeversorgung.

 

Energiesparpotentiale durch Gebäudemodernisierung

Der russische Gebäudesektor birgt enorme Energiesparpotentiale. Eine Reihe von international finanzierten Projekten (Weltbank, TACIS) hat in Pilotbeispielen diese Potentiale nachgewiesen. Unzureichende Wärmedämmung, schlechte Fenster, ineffiziente Lüftungssysteme sind nur einige der Schwachpunkte, die zu hohen Wärmeverlusten und damit zu einem überdurchschnittlichen Energieverbrauch führen.

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Plattenbau (Anklicken zum Vergrößern)

Eigene russische Schätzungen gehen von einem Einsparpotential im Wärmeverbrauch mehrgeschossiger Wohngebäude in Russland von ca. 550 Mio. Gcal/a aus, wenn nur ein Drittel des auf die klimatischen Verhältnisse in Russland angepassten westeuropäischen Standards in russischen Wohnbauten umgesetzt werden würde. Dies entspricht ca 72 Mrd. m³ Erdgas, d.h. etwa die Hälfte der jährlichen Erdgasexporte Russlands in die EU. 

Allerdings sind die Ausgangsbedingungen für Investitionen in den Gebäudebestand in Russland schwierig. Die wesentlichen Gründe dafür liegen in nicht kostendeckenden Mieten und Bewirtschaftungskosten, sowie in der Ineffizienz bei der Bereitstellung der entsprechenden Dienstleistungen. Derzeit findet eine Umstrukturierung der russischen Wohnungswirtschaft statt, die die Chance zu einer Neuausrichtung auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz bietet.

Hauptakteure der Neuorganisation der russischen Wohnungswirtschaft und der Sanierung des Gebäudebestandes sind neben der Wohnungswirtschaft selbst die Kommunen. Oftmals sind diese den Aufgaben jedoch nicht gewachsen. Zunehmend wächst aber bei den Kommunen ein Problembewusstsein für die anstehenden Aufgaben und die hohen Energieeinsparpotentiale im Gebäudebestand.

Die dena ist daher bemüht, in einem qualifizierten Wissenstransfer insbesondere Kommunen und kommunale Wohnungsverwaltungen im Bereich Gebäudeenergieeffizienz zu schulen. Zu den bereits durchgeführten Maßnahmen gehören neben der Erstellung eines Handbuchs auch die Durchführung von Seminaren und die Beteiligung an Konferenzen.

 

Energiesparpotentiale in der kommunalen Wärmeversorgung

In der kommunalen Wärmeversorgung bieten sich in Russland im besonderen Maße hohe Potenziale zur Energieeinsparung, über 100.000 kommunale Heizwerke stehen in den kommenden Jahren zur Modernisierung an.

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Kraftwerk (Anklicken zum Vergrößern)

Mit dem Gesetz zur Reformierung der Kommunalwirtschaft, welches am 1. März 2005 in Kraft getreten ist, hat die russische Regierung eine wichtige Weiche zu einer effizienteren und damit auch energiesparenden Wärmeversorgung gestellt. Dieses Gesetz erlaubt es Kommunen, längerfristige Finanzierungen für die Modernisierung der Wärmeversorgung zu nutzen und durchsetzbare Besicherungen bereitzustellen. 

Trotz Interesse vieler russischer Kommunen an Modernisierungen wurden bisher aber nur wenige Projekte erfolgreich abgeschlossen. Ein Hauptgrund für diese Blockade ist das mangelnde Wissen um innovative und gangbare Finanzierungswege auf beiden Seiten – in russischen Kommunen ebenso wie in Unternehmen der Anlagen- und Heizungsindustrie.

Die dena konzentriert sich daher im Bereich der Wärmeversorgung auf die Wissensvermittlung zu innovativen Finanzierungswegen und der Gestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen.

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Kostenlose Energie-Hotline der dena: 0800 0 736 734

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