dena-Workshop zur Verbesserung der Qualität im Bauprozess


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Wie die Qualitätssicherung auf der Baustelle breitwirksam im Bauprozess integriert werden kann, war die zentrale Frage des dena-Workshops, an dem  allen Baubeteiligten, wie Energieberatern, Architekten,  Handwerkern und erfahrenen  Experten für Qualitätssicherung teilnahmen.

Neu war vor allem die Einbindung der Handwerker, wobei sich alle Teilnehmer einig waren, dass die Erfahrungen des Handwerks einen wichtigen Aspekt darstellen, um für mehr Qualitätssicherung im Bauprozess zu sorgen. In den teils sehr kontroversen Diskussionen konnte folgende Ergebnisse herausgearbeitet werden:

  • Eine integrale Planung ist zum Erreichen anspruchsvoller Standards bereits in der Vorentwurfsphase zwingend erforderlich.
  • Neben den Planern und Handwerkern ist auch die Sensibilisierung des Bauherren und seiner am Bauprozess beteiligten Mitarbeiter notwendig. Nur wenn alle an einem Strang ziehen ist ein qualitätsgesicherter Effizienzhausstandard zu erreichen.
  • Qualitätsmanagement beginnt bereits in der Planung und dafür gibt es zwei von den Teilnehmern erfolgreich eingeschlagene Wege:
    1. gute Ausschreibung und gute Werkplanung einschließlich der Detailzeichnungen durch den Architekten, oder 2. frühes Einbeziehen (bereits in LP3) der Handwerker und ihrer Erfahrungen in der Umsetzung.
  • Große und kleine Bauvorhaben können unterschiedlich betrachtet werden. Großbaustellen benötigen mehr planerische Leistung durch den Architekten, auf kleinen Baustellen kann vieles auch auf kurzem Wege geklärt und die Detailplanung stärker in die Hand der Handwerker gelegt werden.
  • Das 4-Augen-Prinzip hilft Fehler zu vermeiden, ist aber nicht in jedem Bauprozess durchführbar. Grundsätzlich verspricht  eine intensive und kompetente Baubegleitung vor Ort bessere Ergebnisse.
  • Sehr hilfreich ist ein eingespieltes Team, in dem jedes Teammitglied die Verantwortung für seinen Aufgabenbereich übernimmt. 
  • Die regelmäßige Qualifizierung aller Baubeteiligten zum  Thema qualitätsgesichertes  und energieeffizientes Bauen ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Qualität im Bauprozess.
  • Checklisten sind grundsätzlich gut, dürfen aber nicht zu kompliziert sein, sondern anwendbar und nicht zu umfangreich.

Der Workshop wurde von den dena-Projekten „Request“ und „Auf dem Weg zum EffizienzhausPlus „veranstaltet. Denn beide Projekte legen einen zentralen inhaltlichen Schwerpunkt auf die Verbesserung der Qualitätssicherung im Bauprozess.

In dem EU-Projekt REQUEST wird u.a. erprobt, in welchem Umfang die Qualitätssicherung durch die Baubeteiligten selbst durchgeführt werden kann. Checklisten und Informationen unterstützten während des gesamten Planungs- und Bauprozesses, um auf Qualität und die Details des energieeffizienten Planen und Bauens zu achten.

Das neue dena-Modellvorhaben "Auf dem Wege zum EffizienzhausPlus" wurde Mitte 2011 mit dem Ziel gestartet,  beinahe klimaneutrale Beispiele von Wohnbauten  als Neubau und Sanierung zu zeigen. 

Zur Steigerung der Qualität, hat die dena das „System der Qualitätssicherung“ im Modellvorhaben als kostenlose Auflage an die Eigentümer eingebaut. Ein externer und unabhängiger Sachverständiger zur Qualitätssicherung, der QS-Koordinator, soll  im 4-Augen-Prinzip zusätzlich zu dem mit der Planung beauftragten Architekten, Fachplaner und Bauleiter die Planung und Baudurchführung auf wichtige energieeffiziente Detailpunkte prüfen und Verbesserungen vorschlagen.

Bei besonders anspruchsvollen Bauvorhaben mit sehr engagierten energetischen Standards  ist eine integrale Planung noch vor dem Bauantrag besonders  wichtig, um die Qualität des Baus, die Bauzeit und die Baukosten zu optimieren. Dabei sollten schon bei Planungsbeginn alle am Bau beteiligten von den Fachingenieuren bis zu den Baufirmen einbezogen werden.