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"Besser als ein Neubau" – Sanierungsprojekt des Monats
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45 Jahre altes Sechs-Familienhaus im bayerischen Hopferau wird zum Passivhaus
Die Energieeffizienz des Mehrfamilienhauses mit ca. 630 m² Wohnfläche aus dem Jahr 1963 im Allgäu wurde im Jahr 2007 im Rahmen des dena-Modellvorhabens „Niedrigenergiehaus im Bestand“ um den Faktor 10 verbessert. So kann das 45 Jahre alte Haus den Passivhausstandard erreichen und ist damit um mehr als 50 Prozent besser als ein Neubau gleicher Größe entsprechend der gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV 2007).
Dabei wurde ein innovatives Bauverfahren angewandt, das auch die Bauzeit stark verkürzt: mit einer in der Werkstatt vorgefertigten neuen Fassade aus Holz-Rahmen-Elementen inklusive Außenschalung und fertig eingebauten Fenstern wurde die Außenwand "eingepackt".
In allen drei Geschossen wurde der Wohnraum durch vorgesetzte Wintergärten und Balkone erweitert. Verwendet wurden nachwachsende Rohstoffe aus der Region. Durch die Vorfertigung der Wandteile wurde eine sehr kurze Montagezeit erreicht. Die großflächig verglasten Vorbauten nach Süden tragen zu einer Verbesserung der passiven solaren Gewinne bei. Das Dach wurde etwas angehoben, um eine bessere Ausnutzung des Dachgeschosses zu ermöglichen. Im ersten Winter nach der Sanierung war noch die alte Ölheizung in Betrieb, deren Verbräuche um mehr als 90 Prozent zurückgegangen sind. Die Wärmegewinnung erfolgt zukünftig über einen Pelletkessel und eine große Solarthermieanlage mit Heizungsunterstützung, die teilweise in die Fassade integriert ist. Die CO2-Emissionen durch den Stromverbrauch werden durch eine Photovoltaikanlage größtenteils ausgeglichen.
Der Transmissionswärmeverlust – ein Kennwert für die energetische Qualität der Gebäudehülle – liegt mit 0,25W/m²a um 56 Prozent unter den Anforderungen der EnEV, der Primärenergiebedarf konnte von 250 kWh/m²K auf 24 kWh/m²K gesenkt werden und unterschreitet damit die Neubauanforderungen sogar um 73 Prozent.
- Außenwand: vorgefertigte Holzrahmenelemente mit 24 cm Holzweichfaser-Dämmplatten
- Dach: Holzträger mit 36 cm Holzweichfaser-Dämmplatten
- Kellerdecke: 8 cm Polyurethan-Hartschaum-Dämmplatten (Wäremleitgruppe WLG 025)
- Neue Passivhausfenster mit 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung und gedämmtem
Rahmen, UW = 0,8 W/m²K - Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
- Solarthermie zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung
- Heizung: vorhandene Ölheizung wird durch Pelletkessel ersetzt
- Photovoltaikanlage
Auch gestalterisch wurde eine erhebliche Aufwertung des Hauses erreicht und so steigt neben dem Wert des Gebäudes durch die Baumaßnahme auch das Wohngefühl für die Bewohner. Durch die hochwertige, zukunftweisende Sanierung wird eine langfristige Vermietbarkeit bei hohem Wohnkomfort und niedrigen Nebenkosten erreicht – davon profitieren sowohl Mieter als auch Vermieter.
Das Mehrfamilienhaus in Hopferau hat dieses Jahr den Preis „Klimahaus Bayern“ in der Kategorie Sanierung gewonnen. Der Preis wurde 2008 zum ersten Mal von der internationalen Alpenschutzkommission CIPRA und dem energie- und umweltzentrum allgäu (eza!) in Kooperation mit dem bayerischen Umweltministerium und zahlreichen weiteren Partnern vergeben. In der Kategorie Sanierung wurden insgesamt drei Häuser ausgezeichnet, darunter noch ein weiteres Mehrfamilienhaus aus dem dena-Modellvorhaben in Oberstdorf.
Link: www.klimahaus-bayern.de
