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„Besser als ein Neubau” – Sanierungsprojekt des Monats: Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus am Kaiserstuhl bei Freiburg
Das „Sanierungsprojekt des Monats” im November 2008 steht in Eichstetten.
Das denkmalgeschützte, ca. 260 Jahre alte Fachwerkhaus wurde 2005 bis 2008 im Rahmen des Modellvorhabens „Niedrigenergiehaus im Bestand“ auf einen sehr guten Standard, besser als Neubau, saniert.
Die Sanierung stellte die Architekten, die das Haus auch während dieser Zeit bewohnten und das Erdgeschoss als Büro nutzen, vor eine große Herausforderung: Einerseits war die Holzkonstruktion (der tragende Balken in der Mitte des Hauses) vor Beginn der Sanierung bereits einsturzgefährdet und musste daher aufwendig instandgesetzt sowie teilweise mit Stahlträgern unterstützt werden. Zum anderen stellt die energieeffiziente Sanierung der Gebäudehülle bei Sichtfachwerk hohe Anforderungen an die Detailplanung und die Ausführungsqualität.
Das ca. 1750 gebaute Haus mit 260 m² Nutzfläche war in einem baulich und energetisch schlechtem Zustand und hatte vor der Sanierung einen Primärenergiebedarf von 201 kWh/(m²a). Im Rahmen des dena-Modellvorhabens wurde dieser um über 70 Prozent auf 35 kWh/(m²a) gesenkt. Die gesetzlichen Anforderungen an die Gebäudehülle (Wände, Fenster, Dach und Boden) eines Neubaus, der spezifische Transmissionswärmeverlust, wird in Eichstetten deutlich unterschritten. Dennoch konnte mit den verschiedenen Dämmmaßnahmen der Transmissionswärmeverlust um insgesamt 52 Prozent von 1,01 W/(m2K) auf 0,48 W/(m2K) gesenkt werden. Als Fenster waren ca. 40 bis 50 Jahre alte Verbundfenster eingebaut, die aus Sicht der Denkmalpflege erhaltenswert waren. Durch den Einbau einer Lippendichtung wurde die für den Blower-Door-Test notwendige Luftdichtigkeit hergestellt. Der UW-Wert der Fenster liegt bei 2,4 W/(m²K).
Großer Wert wurde auf das Herstellen einer luftdichten Hülle gelegt. Gerade im Fachwerkhaus ist der Abtransport der verbrauchten, feuchten Luft aber besonders wichtig, um Schimmelbildung und Bauschäden an der tragenden Holzkonstruktion zu vermeiden. Hierfür sorgt eine zentrale Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung, die im Dach eingebaut wurde. Dadurch werden nicht nur 90 Prozent der Energie aus der Abluft zurückgewonnen, sondern auch eine permanent gute Luftqualität sichergestellt. Eine Herausforderung war dabei das Verlegen der Lüftungsleitungen zwischen den Balken der Fachwerkkonstruktion in den Geschossdecken und Wänden, was durch eine genaue, CAD-gestützte Planung mit räumlicher Visualisierung gelöst wurde.
Der verbleibende Wärmebedarf wird nun durch einen hocheffizienten Pelletkessel sowie durch eine solarthermische Anlage mit 13 m² Fläche gedeckt.
Folgende Maßnahmen wurden während der Modernisierung umgesetzt, um die energetischen Ziele zu erreichen:
- Dämmung der Außenwand: 16–18 cm Zellulosefaserdämmstoff (WLG 040)
- Dach: oberste Geschossdecke unter dem nicht ausgebauten Dachraum mit 20 cm Zellulosefaserdämmstoff (WLG 040), im ausgebauten Dach 24 cm Holzweichfaserplatten zwischen und unter den Sparren (WLG 040)
- Lüftungsanlage mit mehr als 90 Prozent Wärmerückgewinnung
- Pelletkessel, 7,5–25 kW mit 5 m³ Pelletlager
- Solarthermie als 13 m² Flachkollektor zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung
Der hochwertig sanierte Fachwerkbau ist damit ein Vorzeigeobjekt für angewandten Klimaschutz im Denkmalbereich geworden. Das Projekt wurde unter anderem auf dem Denkmalschutzkongress „Herausforderung Energieeffizienz für Denkmalschutz und Stadtumbau“ am 20. November 2008 in Leipzig vorgestellt.
- Weitere Informationen sind unter der Rubrik „Projekte” auf der Internetpräsenz
www.zukunft-haus.info zu finden.





