EU-Standards für energieeffiziente Gebäude umstritten

An der Forderung des Europäischen Parlaments, ab 2019 in der EU nur noch den Bau von Null-Energiehäusern zuzulassen, scheiden sich die Geister, so der Rat für Nachhaltige Entwicklung.

Die Europäische Kommission wolle als Kompromiss keine Null-, sondern nur Niedrig-Energiehäuser in einer Richtlinie festschreiben und den Mitgliedsstaaten die genauen Kriterien für solche Gebäude freistellen. Nachhaltigkeitsexperten stünden dem kritisch, die Immobilienwirtschaft positiv gegenüber.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und Haus & Grund glaubten nicht, dass der EU-Ministerrat dem Parlamentsvorschlag zustimmen wird, da die Maßnahmen für die Bürger nicht wirtschaftlich seien. Die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) spräche deshalb von einem „Neubauverhinderungsprogramm“.

Der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) dagegen schätze, dass die Material- und Baukosten für nachhaltige Gebäude nur fünf Prozent über denen von Normalbauten liegen. Dank eines geringeren Energieverbrauchs amortisierten sich die Mehrkosten in wenigen Jahren. Laut einer McKinsey-Studie von 2007 rechneten sich 90 Prozent aller Energieeffizienzmaßnahmen in Gebäuden.