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„Besser als ein Neubau“ - Sanierungsprojekt des Monats:

Das „Sanierungsprojekt des Monats“ ist die berufsbildende Schule Haarentor in Oldenburg.

Viele Schulbauten in ganz Deutschland haben einen sehr hohen Sanierungsbedarf und in der Regel einen äußerst hohen Energieverbrauch. Die dena hat daher zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und privaten Partnern das Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand für Schulen“ gestartet, bei dem bundesweit rund 80 Schulen und andere öffentliche Gebäude energetisch hochinnovativ  saniert werden.

Die Schule Haarentor mit ca. 4.000 m² Nutzfläche ist eine von vier Berufsbildenden Schulen in Oldenburg und wird von ca. 1.400 Schülern besucht. Das Gebäude wurde in der für die 70er Jahre typischen Plattenbauweise mit Waschbetonverkleidung erstellt. Dieser Gebäudetyp lässt sich gut von außen dämmen, da sich die Verkleidung leicht abnehmen oder „überdämmen“ lässt . Der überdachte Innenhof macht aus dem Gebäude ein kompaktes Ensemble mit einem sehr guten A/V-Verhältnis.

Bei der Sanierung werden die alten Betonplatten komplett entfernt (siehe Foto) und vor dem Stahlbeton-Skelett neue hoch dämmende Wände eingezogen.

Ziel war es, die Schule so zu sanieren, dass sie um 20 Prozent besser ist, als es die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) an vergleichbare Neubauten verlangen.

Der für Neubauten geforderte spezifische Transmissionswärmeverlust – ein Kennwert für die energetische Qualität der Gebäudeaußenhülle – wurde um 25 Prozent unterschritten. Er liegt nach der Sanierung bei 0,60 W/m²K.

Der Jahres-Primärenergiebedarf lag vor der Sanierung bei 237 kWh/m²a. Er konnte um 73 Prozent auf 64 kWh/m²a gesenkt werden. Damit ist das Gebäude nach Sanierung mehr als doppelt so gut, als es die Anforderungen der Energieeinsparverordnung für Neubauten vorsehen, und das obwohl in die Bilanzierung, anders als bei Wohngebäuden, der Strombedarf für Beleuchtung und Klimatisierung miteinbezogen wird.

Der Heizwärmebedarf wird nun durch Pellets als Grundlast und mit einer Gasbrennwerttherme für die Spitzenlast gedeckt.

Folgende Maßnahmen wurden bei der Modernisierung umgesetzt, um die energetischen Ziele zu erreichen:

  • Außenwand: Porenbeton 24 cm + Wärmedämmverbundsystem 16 cm (WLG 035, U-Wert = 0,14 W/m²K).
  • Dach: Betondecke + 22 cm Mineralwolle + Hinterlüftung (WLG 035, U-Wert = 0,17 W/m²K)
  • neue 2-Scheiben-Wärmeschutzverglasungen mit gedämmtem Rahmen (U-Wert = 1,1 W/m²K)
  • teilweise zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, teils raumweise Lüftungsanlagen, teils Lüftungsampeln, welche durch eine visuelle oder akustische Anzeige auf schlechte Luftqualität und die Notwendigkeit zur Fensterlüftung aufmerksam machen
  • Energiespar-Leuchtmittel, Regelung der Beleuchtung nach Tageslichteinfall, Bewegungsmelder in Nebenräumen
  • das Dach wird für Fotovoltaikanlagen privater Investoren vorgerichtet

Für die Schulen stellt die dena Informations- und Unterrichtsmaterialien zur Vermittlung des Themas „Energieeffizienz in Gebäuden“ zur Verfügung – eines ihrer Angebote zur aktiven Einbindung von Schülern, Lehrern und Eltern in den Sanierungsprozess. Zu den weiteren Angeboten zählen Workshops mit Planern, außerdem geplant sind Energiesparwettbewerbe und Themenpakete für Projekttage.

Weitere Informationen sind unter der Rubrik „Projekte“ auf der Interner Link Internetseite des Modellvorhabens zu finden.