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Städte engagieren sich gegen den Klimawandel
Im Rahmen eines europäischen Projekts verpflichten sich fast 100 europäische Städte dazu, die Klimaschutzziele der EU zu übertreffen. Auch 15 Hauptstädte, darunter Berlin, machen mit. In einem weiteren Forschungsprojekt wollen drei kleinere deutsche Städte zeigen, wie auf kommunaler Ebene Klimaschutz in die Praxis umgesetzt werden kann.
Europäisches Projekt: Städte bekämpfen Klimawandel
Die EU-Kommission hat im Januar 2008 mit dem Konvent der Bürgermeister und Bürgermeisterinnen die bisher ehrgeizigste Initiative zur Einbeziehung der Bürger in den Kampf gegen den Klimawandel gestartet.
Die Mitglieder des Konvents verpflichten sich, bei der Reduzierung ihrer CO2-Emissionen durch Energieeffizienz und die Nutzung Erneuerbarer Energien über die Ziele der EU hinauszugehen und diese bis 2020 um mehr als 20 Prozent – wie für die gesamte EU vereinbart – zu senken. Der vorgeschlagene Text ist das Ergebnis einer informellen Konsultation vieler Städte in ganz Europa. In der Folge hatten beinahe 100 Städte, darunter 15 Hauptstädte, sehr früh ihre Unterstützung bekundet. Deutsche Vertreter aus Berlin, Bonn, Heidelberg und München nahmen an der Eröffnung des Konvents teil.
Die Kommission wird die Verbreitung der besten Verfahren für nachhaltige Energienutzung unter den Städten und Regionen des Konvents durch einen besonderen Mechanismus („Benchmarks für Exzellenz“) unterstützen. Sie will ferner die Bedingungen für die Beteiligung anderer wichtiger Beteiligter am Konvent aushandeln. Jetzt muss der endgültige Text für den Konvent erarbeitet werden und die Phase für offizielle Beitritte beginnen.
Ausführliche Informationen auf dem Portal der Europäischen Union
Modellprojekte in Deutschland: Drei Städte setzen sich ehrgeizige Klimaschutzziele
Anfang Februar startete die Fachhochschule Erfurt ein dreijähriges Forschungsprojekt zum Klimaschutz in Kommunen. Dafür wurden die drei Modellstädte Darmstadt (130.000 Einwohner, Hessen), Eisenach (42.000 Einwohner, Thüringen) und Rheinberg (32.000 Einwohner, Nordrhein-Westfalen) ausgewählt. Von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird das Projekt mit 118.000 Euro unterstützt; Projektpartner ist das bzr – Büro für zukunftsfähige Regionalentwicklung in Hattingen.
Die drei Modellstädte wollen den EU-Aktionsplan zum Klimaschutz mindestens um 10 Prozent übertreffen und beabsichtigen, ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um 30 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.
Die Kommunalverwaltungen sollen in enger Zusammenarbeit mit ortsansässigen Unternehmen und Organisationen sowie der Bürgerschaft Lösungen für die Minderung des CO2-Ausstoßes finden, z. B. zur Erhöhung der Energieeffizienz oder zum Einsatz erneuerbarer Energieträger.
Im Projekt wird nach einer Analyse der kommunalen Ansätze und Strukturen ein Kompetenznetzwerk aufgebaut. Aus den gewonnenen Ergebnissen und Erfahrungen wird ein Handlungsleitfaden zur Umsetzung eines kommunalen Nachhaltigkeitsmanagements im Energiebereich für deutsche Kommunen entwickelt.

