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Rodgau vor und nach der Sanierung
Waldluft aus dem Kellerfenster
Seit Herr Müller sein Mehrfamilienhaus in Rodgau bei Frankfurt am Main sanieren ließ, muss er sich nicht mehr ums Lüften kümmern. Die verbrauchte Luft der optimal gedämmten Räume wird automatisch ausgetauscht und durch frische ersetzt. Trotzdem gibt es ein Fenster im Haus, das er offen stehen lässt – und zwar im Keller: das Fenster zum Holzpellet-Lager seiner neuen Heizungsanlage. „Die Pellets riechen so schön nach Wald“, sagt Müller.
Als Müller im Frühjahr 2006 Energieberater beauftragte, sein Haus zu untersuchen, wusste er, dass einige Maßnahmen nötig sein würden. „Das Gebäude war für seine dreißig Jahre noch ganz gut in Schuss“, so Müller. „Aber bei den Fenstern zog es durch alle Ritzen, durch das Dach drang Feuchtigkeit, der Heizkessel war auch von gestern“. Kein Wunder also, dass das Gebäude mit einem jährlichen Verbrauch von rund 26 Litern Öl pro Quadratmeter eine regelrechte Energieschleuder war. Die Gutachter rieten dazu, die ohnehin notwendigen Sanierungsmaßnamen so aufeinander abzustimmen, dass der Energieverbrauch soweit wie möglich gesenkt werden kann. Denn die dafür notwendigen Zusatzinvestitionen zahlen sich bei steigenden Rohstoffpreisen und günstigen Fördermöglichkeiten schnell aus. Und so wurden in einem Modellvorhaben der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) zur hocheffizienten Sanierung Dach, Außenwände und Keller optimal gedämmt, Wärmeschutzfenster eingesetzt und die Heizung auf Holz und Sonne umgestellt. Ergebnis: Der Energiebedarf sank um rund 91 Prozent auf umgerechnet 2,5 Liter Öl pro Quadratmeter – damit ist die Energiebilanz doppelt so gut wie die eines vergleichbaren Neubaus.
Über hohe Energiepreise müssen sich die Mieter also keine Sorgen mehr machen. Und sie profitieren vom erhöhten Komfort, den energiesparender Wohnraum bietet – mit Frischluft ohne Fenster öffnen und behaglichen Temperaturen, ohne häufig an Thermostaten drehen zu müssen. Herr Müller kann währenddessen sicher sein, dass die sanierten Wohnungen mit ihrer guten Energiebilanz langfristig auf dem Immobilienmarkt attraktiv bleiben.
Besichtigung und Führung am „Tag der Energiespar-Rekorde“
Dieses und viele weitere gute Beispiele der energieeffizienten Sanierung können beim zweiten bundesweiten „Tag der Energiespar-Rekorde“ der dena am 31. Mai 2008 besichtigt werden. Zwischen 10 und 17 Uhr können interessierte Besucher einen Blick in energiesparende Häuser werfen, von denen die meisten im Rahmen des dena-Modellvorhabens „Niedrigenergiehaus im Bestand“ hocheffizient saniert wurden. Bauherren und Architekten bieten Führungen an. Die Palette der zu besichtigenden Gebäude reicht vom Fachwerkhaus über das Einfamilienhaus der 60er Jahre bis hin zum Plattenbau und denkmalgeschützten Gebäuden. Das Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand“ wird unterstützt durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), der BASF SE, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) sowie Kredite der KfW Förderbank. Weitere Informationen und teilnehmende Gebäude nach Regionen unter
www.energiespar-rekorde.de
Daten und Fakten:
- Baujahr: 1973
- Wohnfläche: 336,97 m²
- Wohneinheiten: 4
- Primärenergiebedarf : vorher : 258,20 kWh/m²a, nachher: 24,60 kWh/m²a
- Endenergiebedarf: vorher: 230,70 kWh/m²a, nachher: 48,2 kWh/m²a
- Jährliche CO2-Einsparung: 22 Tonnen
Die Macher:
- Bauherr: Friedhelm Müller
- Architekt, Haustechnik, Energieberatung: arch+E architekten
- Regionaler Partner der dena: Institut Wohnen und Umwelt GmbH ( IWU)
Pressekontakt: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Kristina Zimmermann, Chausseestraße 128a, 10115 Berlin,
Tel: +49 (0)30 72 61 65-682,
Fax: +49 (0)30 72 61 65-699,
E-Mail: zimmermann@dena.de



