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Energieausweis und energiesparendes Sanieren in Berlin: Gebäudesanierung hilft gegen steigende Energiepreise
30.08.06
Berlin, 30. August 2006. Sieben Berliner Pilotprojekte zeigen, wie Altbauten mit Hilfe innovativer Techniken bis zu doppelt so gute Energiestandards erreichen können wie Neubauten. Vorgestellt wurden einige von ihnen, darunter Deutschlands größtes Niedrigenergiehaus, heute in Berlin auf einer Veranstaltung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und des Berliner ImpulsE-Programms. Rund 140 Architekten, Planer und Eigentümer nahmen teil. Der Gebäudeenergieausweis, der demnächst mit der neuen Energieeinsparverordnung bundesweit eingeführt werden soll, war ein weiterer Schwerpunkt.
"Die energetische Sanierung von Gebäuden ist die beste Antwort auf steigende Energiepreise", sagte Felicitas Kraus, Bereichsleiterin der dena. "Denn sie senkt die Nebenkosten, erhöht den Wohnkomfort und macht die Bestandsgebäude dauerhaft attraktiv auf dem Immobilienmarkt." Die Nachfrage nach Gebäuden mit einer guten Energiebilanz werde merklich steigen, wenn Eigentümer, Käufer und Mieter demnächst anhand von Energieausweisen den Energiebedarf genau einschätzen könnten.
Zu den Pilotprojekten im Großraum Berlin gehören unterschiedliche Gebäude aus den Jahren 1888 bis 1974, vom kleinen Einfamilienhaus mit 81 Quadratmetern Wohnfläche bis zum 18 und 21 Stockwerke hohen Doppelhochhaus mit über 18.000 Quadratmetern und fast 300 Wohneinheiten. Die Gebäude befinden sich in Rudow, Lichtenberg, Treptow, Köpenick, Buch, Weißensee und Hermsdorf. Im Schnitt wird der Primärenergiebedarf um über 80 Prozent reduziert. Den Erfolg der Sanierungen wird der Energieausweis zeigen: Mit einem Primärenergieverbrauch von unter 45,3 kWh pro Quadratmeter liegen die Gebäude optimal im grünen Bereich der Energieeffizienzskala.
Um den großen Plattenbau in der Lichtenberger Schulze-Boysen-Straße 35/37 in ein Niedrigenergiehaus zu verwandeln, lässt die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft eine neue Fernwärmestation bauen und mit einem Blockheizkraftwerk kombinieren. Hinzu kommen neue Fenster, Fassadendämmung und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. HOWOGE-Geschäftsführer Bernd Kirschner: "Von den geringeren Energiekosten profitieren wir als Unternehmen genauso wie die Mieter. Und die Umwelt wird weniger mit Emissionen belastet." In weiteren Pilotprojekten kommen neben Fernwärme zur Wärmeerzeugung auch Biomassekessel, Solaranlagen, Wärmepumpen oder Gasbrennwertkessel zum Einsatz.
Im dena-Modellvorhaben "Niedrigenergiehaus im Bestand" werden derzeit mit Unterstützung des Bundesbauministeriums insgesamt 143 Wohngebäude auf einen besonders energieeffizienten Stand gebracht. Die Projektträger erhalten zinsgünstige Darlehen und Fördermittel von der KfW Bankengruppe. In einer Reihe von insgesamt 16 regionalen Fachworkshops stellt die dena zusammen mit regionalen Partnern die Sanierungsprojekte vor und informiert über den Gebäudeenergieausweis. Eigentümer, die sich bereits jetzt für einen Gebäudeenergieausweis interessieren, können auf den in der Praxis erprobten dena-Energiepass zurückgreifen.
Pressekontakt:
Philipp Prein
Tel: 030/72 61 65-641
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