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Pilotprojekte für energiesparende Gebäudesanierung in Hannover: Heizkosten senken mit innovativer Haustechnik
13.09.06
Hannover, 13. September 2006. Fünf Pilotprojekte in Hannover zeigen, wie Altbauten mit Hilfe innovativer Techniken mehr als doppelt so gute Energiestandards erreichen können wie Neubauten. Vorgestellt wurden einige von ihnen heute auf einer Veranstaltung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und des enercity-Fonds proKlima. Rund 180 Architekten, Planer und Eigentümer nahmen teil. Der Gebäudeenergieausweis, der demnächst mit der neuen Energieeinsparverordnung bundesweit eingeführt werden soll, war ein weiterer Schwerpunkt.
"Die energetische Sanierung von Gebäuden ist die beste Antwort auf steigende Energiepreise", sagte Christian Stolte von der dena. "Denn sie senkt die Nebenkosten, erhöht den Wohnkomfort und macht die Bestandsgebäude dauerhaft attraktiv auf dem Immobilienmarkt. Die Nachfrage nach Gebäuden mit einer guten Energiebilanz werden merklich steigen, wenn Eigentümer, Käufer und Mieter demnächst anhand von Energieausweisen den Energiebedarf genau einschätzen können."
Zu den Pilotprojekten in Hannover gehören unterschiedliche Mehrfamilienhäuser aus den Jahren 1900 bis 1959. Im Schnitt wird der Primärenergiebedarf dank modernster Haustechnik um über 88 Prozent reduziert. Den Erfolg wird der Energieausweis zeigen: Mit einem Primärenergiebedarf von unter 39 kWh pro Quadratmeter liegen die Gebäude optimal im grünen Bereich der Energieeffizienzskala.
Zwei der vorbildlichen Objekte befinden sich nahe beieinander in der Nordstadt: ein viergeschossiger Gründerzeitenbau mit 635 Quadratmetern Wohnfläche am Schneiderberg 17 und ein sechsgeschossiger Fünfzigerjahrebau mit 2.014 Quadratmetern Wohnfläche in der Schaufelder Straße 8 und 9. "Der Heizwärmebedarf in diesen Gebäuden ist so gering, dass im Schneiderberg sogar auf Heizkörper verzichtet wird", erklärte Anke Unverzagt von proKlima. "Stattdessen wird der sehr geringe Restwärmebedarf über die Komfortlüftungsanlage in die Wohnräume eingebracht. Dies wird möglich durch den Einsatz von im Passivhausneubau bereits seit vielen Jahren erprobten Komponenten: Superdämmung ohne Lücken sowie Fenster mit Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung und gut dämmenden Rahmen. Die Warmwasserbereitung und die Erzeugung der Restwärme erfolgt in den Modellvorhaben über Fernwärme, Holzpelletkessel oder über Wärmepumpen."
Im dena-Modellvorhaben "Niedrigenergiehaus im Bestand" werden derzeit mit Unterstützung des Bundesbauministeriums insgesamt 143 Wohngebäude auf einen besonders energieeffizienten Stand gebracht. Die Projektteilnehmer erhalten zinsgünstige Darlehen und Fördermittel von der KfW Bankengruppe. In einer Reihe von insgesamt 16 regionalen Fachworkshops stellt die dena zusammen mit regionalen Partnern die Sanierungsprojekte vor und informiert über den Gebäudeenergieausweis. Eigentümer, die sich bereits jetzt für einen Gebäudeenergieausweis interessieren, können auf den in der Praxis erprobten dena-Energiepass zurückgreifen.
Pressekontakt:
Philipp Prein
Tel: 030/72 61 65-641
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