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Die folgenden Definitionen erläutern die wichtigsten Fachbegriffe aus der Energieeinsparverordnung. Sie wurden weitestgehend aus DIN V 4701-10 "Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen" entnommen. Die Definitionen in DIN V 4108-6 sind größtenteils identisch, weichen jedoch bei "Endenergie" und "Heizenergie" ab. Die Symbole in den beiden Normen weichen ebenfalls bei einigen Ausdrücken voneinander ab. Dies resultiert aus der jahrzehntelangen getrennten Betrachtung von Gebäudehülle und Anlagentechnik. Erstmalig mit der EnEV werden beide Bestandteile zusammen betrachtet, trotzdem konnten die Normenausschüsse sich nicht durchgängig auf einheitliche Symbole einigen.

Schematische Darstellung der Einflussgrößen auf die Bilanzierung des Primärenergiebedarfs.
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Schematische Darstellung der Einflussgrößen auf die Bilanzierung des Primärenergiebedarfs.(Für eine vergrößerte Ansicht bitte die Grafik anklicken).
Primärenergiebedarf QP

Energiemenge, die zur Deckung des -> Endenergiebedarfs benötigt wird unter Berücksichtigung der zusätzlichen Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten außerhalb der Systemgrenze "Gebäude" bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe entstehen.

Die Primärenergie wird als Beurteilungsgröße für ökologische Kriterien, wie z.B. CO2-Emission, herangezogen, da der gesamte Energieaufwand für die Gebäudebeheizung einbezogen wird. Bild 1 zeigt den Bilanzrahmen für die Primärenergie.

Endenergiebedarf QE

Energiemenge, die für die Gebäudebeheizung unter Berücksichtigung

  • des -> Heizwärmebedarfs,
  • der Verluste des Heizungssystems,
  • des -> Trinkwasser-Wärmebedarfs und
  • der Verluste des Warmwasserbereitungssystems

aufgebracht werden muss. Die Endenergie bezieht die für den Betrieb der Anlagentechnik (Pumpen, Regelung, usw.) benötigte -> Hilfsenergie (i.d.R. Strom) mit ein und ist daher nach den benötigten Energieträgern zu differenzieren.

Die Endenergie wird an der "Schnittstelle"; Gebäudehülle übergeben und stellt somit die Energiemenge dar, die vom Verbraucher für Heizung und Warmwasser bezahlt werden muss.

Heizenergiebedarf QH (in DIN V 4108-6: Q)

Energiemenge, die für die Gebäudebeheizung unter Berücksichtigung

  • des -> Heizwärmebedarfs und
  • der Verluste des Heizungssystems

aufgebracht werden muss.

Verluste des Heizungssystems treten bei der Wärmeübergabe, der Wärmeverteilung, der Wärmespeicherung und der Wärmeerzeugung auf. Diese Verluste werden in einer -> Anlagenaufwandszahl zusammengefasst.

Hilfsenergie QHE

Energiemenge, die nicht zur unmittelbaren Deckung des Heizwärmebedarfs bzw. der Trinkwassererwärmung eingesetzt wird. Z.B. die Energie für den Antrieb von Systemkomponenten: Umwälzpumpen, Regelung, Ventilatoren oder die Rohrbegleitheizung bei Trinkwassererwärmung.

Heizwärmebedarf Qh

Wärmemenge, die von dem Heizsystem (Heizkörper) dem Raum bzw. dem Gebäude zur Verfügung gestellt werden muss, um die gewünschte Raumtemperatur aufrecht zu erhalten.

Der Heizwärmebedarf wird durch die Bilanzierung von Wärmeverlusten (Transmission und Lüftung) und Wärmegewinnen (-> solare und interne) ermittelt und kennzeichnet - unter Berücksichtigung definierter Nutzungsbedingungen - die wärmeschutztechnische Qualität der Gebäudehülle.

Trinkwasser-Wärmebedarf Qtw (in DIN V 4108-6: Qw)

Wärmemenge, die zur Erwärmung der gewünschten Menge Trinkwasser zugeführt werden muss.

Für die Berechnung nach EnEV ist für den spezifischen Trinkwasser-Wärmebedarf bei Wohngebäuden pauschal ein Wert

von qtw = 12,5 kWh/(m2a) zu berücksichtigen.

Bei Nicht-Wohngebäuden wird kein Trinkwasser-Wärmebedarf in Ansatz gebracht.

Spezifischer, auf die Wärme übertragende Umfassungsfläche bezogener Transmissionswärmeverlust HT'

Wärmestrom durch die Außenbauteile je Grad Kelvin Temperaturdifferenz (Definition nach europäischer Norm DIN EN 832), bezogen auf die Wärme übertragende Umfassungsfläche. Nebenanforderung an Gebäude nach EnEV.

Dieser Kennwert entspricht dem "mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten" inkl. dem Einfluss der Wärmebrücken. Der mittlere "k-Wert" war bis 1994 wesentliche Anforderungsgröße der Wärmeschutzverordnung.

Solare und interne Gewinne Qs und Qi

Wärmegewinne infolge direkter Strahlungstransmission durch transparente Bauteile bzw. durch Strahlungsabsorption an den Oberflächen nichttransparenter Bauteile, incl. Wintergärten und transparenter Wärmedämmung.

Wärmegewinne infolge Betrieb elektrischer Geräte, Beleuchtung und der Körperwärme von Menschen und Tieren.

Die für Heizzwecke nutzbaren solaren und internen Wärmegewinne hängen vom Ausnutzungsgrad h ab. Darin geht auch die Wärmespeicherfähigkeit des Gebäudes ein.

Anlagen-Aufwandszahl eP

Die Aufwandszahl stellt das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen dar und ist somit der Kehrwert des Nutzungsgrades, der bislang in der Anlagentechnik hauptsächlich Verwendung fand. Die Verluste des Heizungssystems werden unter Berücksichtigung der Primärenergiefaktoren für die eingesetzten Energieträger in der Anlagen-Aufwandszahl eP zusammengefasst.

Eine kleine Aufwandszahl kennzeichnet ein energetisch günstiges Heizungssystem. Multipliziert mit der Summe aus Heizwärme- und Warmwasserwärmebedarf resultiert die Zielgröße, der Jahres-Primärenergiebedarf QP.

QP = (Qh + Qw) × eP

Wärmedurchgangskoeffizient U

Der U-Wert eines Bauteils bezeichnet den Wärmestrom bei einer Temperaturdifferenz von einem Kelvin pro Quadratmeter des Bauteils. Es ist die ausschlaggebende wärmeschutztechnische Eigenschaft von Außenbauteilen.