Denkmalschutz.

Eine aufwendig verzierte Fassade an einem Haus aus der Gründerzeit, ein Gebäude im Bauhausstil oder schönes Fachwerk mit dunklen Holzbalken: Aus gutem Grund stehen viele dieser Gebäude unter besonderem Schutz.

Sie machen Geschichte erfahrbar und stiften regionale Identität. Wenn Sie Besitzer eines solch wertvollen Gebäudes sind und über eine Modernisierung nachdenken, wollen Sie den Charakter des Gebäudes bewahren. Sie überlegen aber auch, wie Sie die Energiekosten senken können.

Beides lässt sich durch eine Vielzahl erprobter Maßnahmen miteinander verbinden. Effiziente Heizungen, etwa mit Unterstützung durch regenerative Energien, sind kein Problem und auch Fassadendämmungen lassen sich oft realisieren.

Beispiel: Westerkappeln

Gebäudeansicht: Westerkappeln
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Westerkappeln

Das am Ortsrand von Westerkappeln stehende Fachwerkgebäude aus dem 17. Jahrhundert gehört (im Kerngerüst) zur ältesten Bauschicht der Region. Im Zuge der sehr sinnfälligen Gesamtsanierung des Baudenkmals wurde eine Innendämmung mit Zellulosedämmwolle eingebracht. Um die Energieeffizienz weiter zu verbessen, entschied sich der Bauherr für eine Solarthermie-Anlage im Garten und eine Heizung mit Holzhackschnitzeln. Das energetische Konzept wurde durch eine 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung mit gedämmten Rahmen vervollständigt. Die Primärenergieeinsparung liegt bei 74 Prozent.

Eine Verkleidung ermöglicht Wärmeschutz.

Fachwerkhäuser haben beispielsweise neben dem sichtbaren Fachwerk oft auch verkleidete oder verputzte Fassaden an der Wetterseite. Hinter einer Verkleidung ist Wärmeschutz uneingeschränkt möglich. An verputzten Fassaden können auch Wärmedämmverbundsysteme verwendet werden. Ebenso ist die Wärmedämmung von Keller und Dach meist ohne Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbilds realisierbar.

Für das Sichtfachwerk bietet sich Innendämmung an. Allerdings kommt hier zu den üblichen Besonderheiten einer Innendämmung noch die Schwierigkeit, dass durch Regen Feuchtigkeit von außen in die Wand eindringen kann. Lassen Sie sich deshalb unbedingt von einem Fachmann beraten.

 

Beispiel: Pobershau

Gebäudeansicht: Pobershau
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Pobershau

Der stattliche zweigeschossige Putzbau präsentiert sich auch nach Abschluss der gestalterisch und technisch gelungenen Sanierung als vornehmes Wohnhaus mit feiner Putzfassade in spätklassizistischer Tradition. Das feine Fassadenrelief und einzelne überlieferte historische Ausstattungselemente
sowie restaurierte Teilflächen sind erhalten bzw. wiederhergestellt worden und das Innere wurde auf einen zeitgemäßen, dem Haustyp angemessenen
Wohnstandard modernisiert.

Erreicht wurde der gute energetische Standard durch die Veränderung des ehemals einschaligen zu einem jetzt zweischaligen Ziegelmauerwerk, durch den Einsatz einer Wärmepumpe, die Solarthermie-Anlage und den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Primärenergieeinsparung liegt bei 95 Prozent.

Gesetzliche Vorgaben: Anwendung der EnEV.

Prinzipiell gelten die Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) für jegliche Gebäude, unabhängig von der Fassadengestaltung. Es gibt jedoch Ausnahmen etwa für Fassaden mit Sichtfachwerk oder Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Dies gilt auch für die Anforderungen der KfW-Förderung. In Abstimmung mit der dena können bei denkmalgeschützten oder sonstigen besonders erhaltenswerten Gebäuden Ausnahmen von den technischen Anforderungen der Förderung bewilligt werden, wenn dies im Einzelfall zum Erhalt des Gebäudecharakters erforderlich ist.

Da die Energieeinsparverordnung darauf ausgerichtet ist, das Haus als Ganzes zu betrachten, können Sie erhöhte Wärmeverluste an der Fassade durch eine moderne Heizung und Warmwasserbereitung und den Einsatz regenerativer Energieträger kompensieren.

Auch in denkmalgeschützten Gebäuden lassen sich geringe Energiekosten mit dem Erhalt der historischen Bausubstanz vereinen.

In vielen Fällen bezieht sich der Schutz nur auf einzelne Bauteile des Gebäudes, wie das Dach, die Fenster, Türen oder Stuckelemente. An den Kellerdecken, aber auch an den Fassaden zur Hofseite kann in diesem Fall eine Wärmedämmung aufgebracht werden. Für historische und erhaltenswerte Fassaden können Sie ggf. Dämmputz oder eine Innendämmung einsetzen. Auch die Aufarbeitung der Fenster hilft, Energie zu sparen.

Genehmigungspflicht beachten.

Beachten Sie bitte, dass Baumaßnahmen am Dach und an den Fassaden denkmalgeschützter Gebäude meistens genehmigungspflichtig sind. Stimmen Sie sich mit den Genehmigungsbehörden so frühzeitig wie möglich ab.

Kontakt

Kostenfreie Energie-Hotline der dena: 08000 736 734

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