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Lüftung mit Technik: Nicht zu viel und nicht zu wenig
Mit modernen Lüftungsanlagen lassen sich Schimmelpilze und Bauschäden zuverlässig vermeiden. Sie funktionieren selbsttätig, können Staub und Pollen herausfiltern und der Lärm bleibt – anders als bei geöffneten Fenstern – draußen. Darüber hinaus können Sie durch automatisch geregeltes Lüften auch Energie einsparen.
Spezielle Abluftanlagen führen die verbrauchte Luft und Feuchtigkeit mit einem Ventilator dort ab, wo sie entsteht: aus Küche, Bad und WC. Damit frische Luft nachströmen kann, werden in den Fenstern der Schlaf-, Kinder- und Wohnzimmer so genannte Außenwand- Luftdurchlässe (ALD) installiert.
Eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung spart Energie
Um den Luftaustausch innerhalb der Wohnung zu ermöglichen, müssen die Türen entweder genügend große Luftspalten oder Überström-Luftdurchlässe haben. Noch mehr Energie sparen Sie durch eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung. Die warme Abluft erwärmt die kalte Frischluft. Dadurch können Sie Heizenergie und Kosten sparen, bis zu 20kWh/(m²a).
Für den Betrieb der Ventilatoren müssen Sie ca. 2–3kWh/(m²a) Elektroenergie aufwenden. Die Anschaffungskosten für eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung betragen zwischen 5.000 und 8.000 Euro pro Wohnung.
Der notwendige Installationsumfang für die Luftleitungen ist abhängig von der Raumanordnung und der Konstruktion des Gebäudes.
UNSER TIPP ZUM THEMA LÜFTUNG
- Wenn Sie keine Lüftungsanlage haben, lüften Sie am besten mit weit geöffnetem Fenster (zwei- oder dreimal am Tag) – im Winter jeweils 5 bis 10 Minuten, im Frühjahr und Herbst ca. 15 bis 30 Minuten. Schlafräume (auch Kinderzimmer) sollten Sie direkt nach dem Aufstehen lüften.
- Vermeiden Sie dauerhaft angekippte Fenster.
- Wenn Sie eine automatische Lüftungsanlage einbauen, sollte diese während der Heizperiode täglich mindestens 12 Stunden laufen. Im Sommer kann sie ausgeschaltet bleiben.
- Die Lüftungsanlage sollte regelbar sein, damit sie während des Duschens oder Kochens auf eine höhere Leistung eingestellt werden kann.
- Beim Einbau einer Lüftungsanlage sollten Sie Anlagen mit einem Wirkungsgrad der Wärmerückgewinnung von mindestens 80% wählen.
- Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung können nur dann energieeffizient arbeiten, wenn das Gebäude luftdicht ist. Der mit einem Luftdichtheitstest (dem so genannten Blower-Door-Test) ermittelte Luftwechsel muss auf jeden Fall weniger als 1 pro Stunde betragen – je kleiner, desto besser.
Dezentrale Lüftungsgeräte haben Vor- und Nachteile
Einzelne Räume wie Küche oder Bad können Sie auch mit dezentralen Lüftungsgeräten ausstatten. Diese Geräte werden meist am Fenster installiert. Auch hier kann eine Wärmerückgewinnung integriert werden. Weil dezentrale Lüftungsgeräte jedoch nicht geräuschlos arbeiten, sind sie weniger komfortabel als zentrale Anlagen.
Bedenken Sie auch:
Je mehr dezentrale Geräte Sie betreiben, desto höher wird der Wartungsaufwand. Auch der Strombedarf steigt mit der Anzahl der Ventilatoren. Fensterlose Küchen, Bäder oder Toiletten kommen in der Regel nicht ohne Lüftungstechnik aus.
Dazu haben einige Bundesländer eigene Vorschriften erlassen. Auch sollten Sie vor Einbau der Lüftung den Schornsteinfeger hinzubitten. Er kann verhindern, dass durch falsche Installation schädliche Verbrennungsgase in die Räume gelangen.
ACHTUNG KNACKPUNKTE
Installation von Lüftungsanlagen
- Achten Sie darauf, dass keine störenden Geräusche oder Zugluft entstehen.
- Die Luftleitungen brauchen Öffnungen, damit Sie oder Fachfirmen die Anlage später reinigen können.
- Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung sparen nur dann Heizkosten, wenn Sie die Fenster während der Heizperiode möglichst wenig öffnen.
- Lassen Sie sich in die Bedienung einweisen und fordern Sie eine gut verständliche Beschreibung sowie die Bedienungs- und Wartungsanleitung.
- Achten Sie auf regelmäßige Wartung Ihrer Lüftungsanlage.
Schalten Sie einen Fachmann ein:
Die Planung und Installation der Lüftungsgeräte und der Kanäle sollten Sie einer Fachfirma überlassen.

- Links: verschmutzer Filter Rechts: In der Geschirrspülmaschine gereinigter Filter
Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie die Wand- und Deckendurchbrüche für die Lüftungskanäle in eigener Regie stemmen. Auch die gelegentliche Reinigung der Luftdurchlässe, des Ventilatorrades (sofern zugänglich) und der Filter (ca. zwei- bis sechsmal im Jahr) können Sie meist selbst erledigen.
Die Filter lassen sich in der Regel leicht auswaschen oder in der Geschirrspülmaschine reinigen.



