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Erste Ergebnisse 2. Projektphase

Im Jahr 2005 wurden 33 Gebäude im Rahmen der Pilotphase des Modellvorhabens „Niedrigenergiehaus im Bestand“ energetisch saniert. In einer 2. Projektphase wurden 2006 weitere 110 Gebäude energetisch auf ein Niveau verbessert, das deutlich besser als das vergleichbarer Neubauten ist. Zu diesen Gebäuden liegen nun die ersten Querschnittsauswertungen vor.

Gebäudegrößen

In der 2. Projektphase konnten sich auch private Bauherren von Ein- und Zweifamilienhäusern beteiligen. Die Modellvorhaben umfassen eine Spannbreite vom kleinen Einfamilienhaus bis zum sehr großen Mehrfamilienhaus mit über 18.000 m² Wohnfläche:

  • 40 Ein- und Zweifamilienhäuser (27%) mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von 170 m²,
  • 13 kleine Mehrfamilienhäuser, die kleiner sind als 300 m² (36%),
  • 46 Mehrfamilienhäuser (32%) mit einer Wohnfläche zwischen 300 und 800 m² und
  • 47 Mehrfamilienhäuser (32%) mit mehr als 800 m² Wohnfläche.

Insgesamt werden innerhalb des Modellvorhabens rund 138.000 m² in 2.230 Wohneinheiten saniert.

Baualtersklassen

Die Baualtersklassen der Sanierungsvorhaben sind exemplarisch für den Gebäudebestand Deutschlands bis 1979. Das älteste Gebäude ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus von 1663. Auch dieses Gebäude wird nach der Sanierung nur noch ein Drittel des Primärenergiebedarfs eines vergleichbaren Neubaus (!) benötigen. Jeweils weitere sechs Gebäude stammen aus dem 18. und sechs aus dem 19. Jahrhundert. Bei den Nachkriegsgebäuden handelt es sich insbesondere bei den 1950er und 1960er Jahren um eine Bauweise, die historisch bedingt sehr hohe Einsparpotenziale aufweist. Der „Handlungsdruck“ in dieser Baualtersklasse ist dementsprechend hoch, was sich in der starken Beteiligung am Modellvorhaben widerspiegelt (50 teilnehmende Gebäude).

Energetische Zwischenbilanz

Die Zwischenergebnisse der Planungen für Projekte des Modellvorhabens „Niedrigenergiehaus im Bestand“ zeigen, dass mehr als 85% des heutigen Primärenergiebedarfs der Bestandsgebäude durch Modernisierungsmaßnahmen und den Einsatz erprobter effizienter oder regenerativer Energietechniken eingespart werden können.

Die durchschnittliche Unterschreitung der EnEV-Anforderungen an Neubauten liegt für den Primärenergiebedarf bei 57% und bei den spezifischen Transmissionswärmeverlusten bei 46%.

Eingesetzte Anlagentechnik

Der durch Verbesserungen der Gebäudehülle auf ein Minimum reduzierte Energiebedarf wird durch effiziente Anlagentechnik bereitgestellt. Zur Wärmeerzeugung kommen im Wesentlichen Gas-Brennwertgeräte, Wärmepumpen und Holzpelletkessel zum Einsatz.

  • Brennwertgeräte erzielen sehr hohe Nutzungsgrade, da sie den in den Abgasen enthaltenen Wasserdampf kondensieren und zur zusätzlichen Erwärmung nutzen.
  • Wärmepumpen nutzen bei niedrigen Außentemperaturen das höhere Temperaturniveau des Erdreiches und heben dieses soweit an, bis es zu Heizzwecken genutzt werden kann.
  • Holzpelletkessel setzen nachwachsende Rohstoffe ein. Sie weisen hierdurch eine gute CO2-Bilanz auf.
  • Neben Fernwärme aus zentraler Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) kommen in einigen Projekten auch dezentrale Blockheizkraftwerke (BHKW) zum Einsatz.

Ausblick

Das Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand“ zeigt, dass bestehende Gebäude energetisch auf ein Niveau deutlich unterhalb der Anforderungen der EnEV verbessert werden können. Sie sind damit – energetisch betrachtet – besser als Neubauten. Die dena begleitet die Vorhaben im Jahr 2007 durch bundesweit 16 Fachveranstaltungen. Hier wird das Thema energetische Sanierung anhand der einzelnen Bauvorhaben vorgestellt und diskutiert. Aus den Bauvorhaben lassen sich wertvolle Erfahrungen zur energetischen Sanierungspraxis sammeln und verbreiten.

Projektdokumentation

Alle Projekte werden in der Interner Link Best-Practice-Datenbank des Modellvorhabens "Niedrigenergiehaus im Bestand" ausführlich dargestellt.

Kontakt

Kostenlose Energie-Hotline der dena: 0800 0 736 734

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