Effizienzhaus-Sanierung mit Modellcharakter in Ingelheim

Sie ist die Rotweinstadt am Rhein – und jetzt auch ein Ort, der bei der Suche nach beispielhaften Energieeffizienz-Projekten Beachtung findet: In Ingelheim machte eine fachgerechte Sanierung im Rahmen des dena-Modellvorhabens „Auf dem Weg zum Effizienzhaus Plus“ ein 60er-Jahre-Einfamilienhaus zu einem Vorzeige-Effizienzhaus, das 96 Prozent Primärenergie einspart.

Sanierung von Anfang an geplant

Bereits das Baujahr 1962 ließ energetische Standards vermuten, die weit hinter den heutigen Ansprüchen zurückbleiben. Der Energieausweis brachte die Gewissheit: Er stufte das 144 Quadratmeter große Gebäude auf der Farbskala im tiefroten Bereich und somit als Energiefresser ein. Für die neue Besitzerin Svenja Seyler-Junker war das bei der Kaufentscheidung egal: „Das Haus liegt dem Haus gegenüber, das mein Großvater einmal gebaut hat. Ich habe mich spontan dafür entschieden. Der Einzug war wie ein Nach-Hause-Kommen.“ Für die anstehende Modernisierung ließt sie zuerst eine vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderte Vor-Ort-Energieberatung von dem Architekten Sandro Ferri durchführen. So wurde sie auch auf das dena-Modellvorhaben aufmerksam. „Als klar war, dass es mit dem dena-Modellvorhaben klappt, hatte ich den Anspruch, die Sanierung so konsequent wie möglich durchzuführen“, erzählt Svenja Seyler-Junker. Die Arbeiten begannen mit einer kompletten Entkernung des Gebäudes. Die Estrichböden wurden entfernt, das Dach abgedeckt. „Sogar eine Wand wurde herausgerissen“, so die Bauherrin. In drei Monaten wurde das Haus dann von Grund auf energieeffizient neu gestaltet.

Wärmeschutz und erneuerbare Energien

Wichtige Grundvoraussetzung für eine hohe Energieeffizienz war es, die Wärmeverluste über die Gebäudehülle so gering wie möglich zu halten. Die Fassade erhielt daher ein Wärmedämmverbundsystem mit einer 20 Zentimeter dicken Dämmung, die Kellerdecke wurde von unten mit 12 Zentimetern Dämmstoff versehen. Auf der obersten Geschossdecke verlegten die Planer eine 24 Zentimeter dicke Dämmschicht. Und auch die neuen, dreifach verglasten Fenster tragen dazu bei, dass kaum noch Heizenergie nach außen verloren geht.

Einer der größten Energieverschwender war die veraltete, strombetriebene Heizungsanlage. Bei ihrer neuen Heizung entschied sich Svenja Seyler-Junker für einen ganz natürlichen Weg: Sie heizt heute mit Holzpellets. Den Heizkessel im Keller ergänzte sie zusätzlich um eine rund 12 Quadratmeter große solarthermische Anlage, die die Heizung und Warmwasserbereitung in dem Wohngebäude unterstützt. Für ein gutes Raumklima sorgt eine Lüftungsanlage, die mit einer Wärmerückgewinnung von 93 Prozent die wertvolle Heizenergie so gut wie möglich im Haus hält.

Nur noch ein Bruchteil der Heizenergie notwendig

Insgesamt ist es Svenja Seyler-Junker mit der energetischen Sanierung gelungen, den Primärenergiebedarf ihres Haus auf rund 22 und den Endenergiebedarf auf rund 56 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr zu senken. Damit ist das Haus jetzt weit besser als ein Standardneubau und Dank der Holzpelletheizung und der Solaranlage auch nahezu klimaneutral. Die erste Jahresabrechnung der Energiekosten ist zwar noch nicht gestellt, wird aber niedrig ausfallen, ist sich die Eigentümerin sicher. Gemäß der Berechnung im Rahmen der Planung werden lediglich rund 600 Euro an Kosten für Heizung und Warmwasser pro Jahr anfallen.

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Die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) ist ein Zusammenschluss aus Vertretern aus Industrie, Forschung, Handwerk, Planung, Energieversorgung und Finanzierung.

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Energie- und Klimaschutzmanagement für Städte und Gemeinden: Von der ersten Idee bis zur Umsetzung.

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