Glossar zur EnEV

Die folgenden Definitionen erläutern die wichtigsten Fachbegriffe der EnEV. Sie wurden weitestgehend entnommen aus der:

  • DIN V 4701-10 "Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen".
  • DIN V 4108-6 beschreibt größtenteils identische Definitionen, sie weichen jedoch bei "Endenergie" und "Heizenergie" ab. (Grund: Jahrzehntelange getrennte Betrachtung von Gebäudehülle und Anlagentechnik, erstmals mit EnEV 2002 aufgehoben.)
  • DIN V 18599 definiert die Berechnung des Energiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung von Nichtwohngebäuden (Definitionen zukünftig).

Energiemenge, die zur Deckung des Endenergiebedarfs benötigt wird unter Berücksichtigung der zusätzlichen Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten außerhalb der Systemgrenze "Gebäude" bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe entstehen.

Die Primärenergie wird als Beurteilungsgröße für ökologische Kriterien wie z.B. die CO2-Emissionen herangezogen, da der gesamte Energieaufwand für die Gebäudebeheizung mit einbezogen wird. Bild 1 zeigt den Bilanzrahmen für die Primärenergie.

Energiemenge, die für die Gebäudebeheizung unter Berücksichtigung
  • des Heizwärmebedarfs,
  • der Verluste des Heizungssystems,
  • des Trinkwasser-Wärmebedarfs und
  • der Verluste des Warmwasserbereitungssystems

aufgebracht werden muss. Die Endenergie bezieht die für den Betrieb der Anlagentechnik (Pumpen, Regelung, usw.) benötigte Hilfsenergie (i.d.R. Strom) mit ein und ist daher nach den benötigten Energieträgern zu differenzieren.

Die Endenergie wird an der "Schnittstelle" Gebäudehülle übergeben und stellt die Energiemenge dar, die der Verbraucher für Heizung und Warmwasser bezahlt.

Energiemenge, die für die Gebäudebeheizung unter Berücksichtigung
  • des Heizwärmebedarfs und
  • der Verluste des Heizungssystems

aufgebracht werden muss. Verluste des Heizungssystems treten bei der Wärmeübergabe, der Wärmeverteilung, der Wärmespeicherung und der Wärmeerzeugung auf. Diese Verluste werden in einer Anlagenaufwandszahl zusammengefasst.

Hilfsenergie QHE

Energiemenge, die nicht zur unmittelbaren Deckung des Heizwärmebedarfs bzw. der Trinkwassererwärmung eingesetzt wird. Hierzu zählt z.B. die Energie für den Antrieb von Systemkomponenten: Umwälzpumpen, Regelung, Ventilatoren oder die Rohrbegleitheizung bei Trinkwassererwärmung.

Wärmemenge, die vom Heizsystem (Heizkörper) dem Raum bzw. dem Gebäude zur Verfügung gestellt werden muss, um die gewünschte Raumtemperatur aufrecht zu erhalten.

Der Heizwärmebedarf wird durch die Bilanzierung von Wärmeverlusten (Transmission und Lüftung) und Wärmegewinnen (solare und interne) ermittelt und kennzeichnet - unter Berücksichtigung definierter Nutzungsbedingungen - die wärmeschutztechnische Qualität der Gebäudehülle.

Wärmemenge, die zur Erwärmung der gewünschten Menge Trinkwasser zugeführt werden muss. Für die Berechnung nach EnEV ist für den spezifischen Trinkwasser-Wärmebedarf bei Wohngebäuden pauschal ein Wert von

qtw = 12,5 kWh/(m2a) zu berücksichtigen.

Bei Nicht-Wohngebäuden wird kein Trinkwasser-Wärmebedarf in Ansatz gebracht.

Wärmestrom durch die Außenbauteile je Grad Kelvin Temperaturdifferenz (Definition nach europäischer Norm DIN EN 832), bezogen auf die Wärme übertragende Umfassungsfläche. Nebenanforderung an Gebäude nach EnEV.

Dieser Kennwert entspricht dem "mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten" inkl. dem Einfluss der Wärmebrücken. Der mittlere "k-Wert" war bis 1994 wesentliche Anforderungsgröße der Wärmeschutzverordnung.

Wärmegewinne infolge direkter Strahlungstransmission durch transparente Bauteile bzw. durch Strahlungsabsorption an den Oberflächen nichttransparenter Bauteile inklusive Wintergärten und transparenter Wärmedämmung.

Wärmegewinne infolge Betrieb elektrischer Geräte, Beleuchtung und der Körperwärme von Menschen und Tieren.

Die für Heizzwecke nutzbaren solaren und internen Wärmegewinne hängen vom Ausnutzungsgrad h ab. Darin geht auch die Wärmespeicherfähigkeit des Gebäudes ein.

Die Anlagen-Aufwandszahl stellt das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen dar und ist somit der Kehrwert des Nutzungsgrades, der bislang in der Anlagentechnik hauptsächlich Verwendung fand. Die Verluste des Heizungssystems werden unter Berücksichtigung der Primärenergiefaktoren für die eingesetzten Energieträger in der Anlagen-Aufwandszahl eP zusammengefasst.

Eine kleine Aufwandszahl kennzeichnet ein energetisch günstiges Heizungssystem. Multipliziert mit der Summe aus Heizwärme- und Warmwasserwärmebedarf resultiert die Zielgröße, der Jahres-Primärenergiebedarf QP.

QP = (Qh + Qw) × eP

Der U-Wert eines Bauteils bezeichnet den Wärmestrom bei einer Temperaturdifferenz von einem Kelvin pro Quadratmeter des Bauteils. Es ist die ausschlaggebende wärmeschutztechnische Eigenschaft von Außenbauteilen.

Die Gebäudenutzfläche stellt die Fläche dar, auf die sich der Kennwert eines Energiebilanzverfahrens bezieht. Sie wird bei Wohngebäuden nach EnEV aus dem Volumen abgeleitet (AN = 0,32 x Gebäudevolumen). Sie ist vor allem bei kleineren Gebäuden meist deutlich größer als die Wohn- und Nutzfläche, da das gesamte beheizte und quasi beheizte Volumen in Bezug genommen wird. Die Energiebezugsfläche in der EnEV ist die Gebäudenutzfläche AN.

Die folgenden Symbole und Einheiten wurden weitestgehend aus DIN V 4701-10 „Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen“ entnommen. Die Symbole in DIN V 4108-6 „Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden – Berechnung des Jahres-Heizwärmebedarfs“ sind größtenteils identisch, weichen jedoch bei einigen Bezeichnungen voneinander ab. Diese sind mit * gekennzeichnet.

Tabellarische Übersicht

Symbol Bezeichnung Einheit
 QP Primärenergiebedarf kWh/a
QE Endenergiebedarf kWh/a
QH (*Q) Heizenergiebedarf kWh/a
qHE elektrische Hilfsenergie kWh/(m²a)
Qh Jahresheizwärmebedarf kWh/a
Qf Wärmeverluste des Heizsystems und des Systems zur Warmwasserbereitung einschl. des Bedarfs an elektrischer Hilfsenergie kWh/a
QT aus der Umwelt genommene Wärme, die dem Heizsystem über Zusatzeinrichtungen zugeführt wird kWh/a
q (*Q''w) spezifischer Trinkwasser-Wärmebedarf kWh/(m²a)
qce Verluste bei der Wärmeübergabe im Raum für die Heizung kWh/(m²a)
qTWce Verluste bei der Wärmeübergabe im Raum für das Warmwasser kWh/(m²a)
qHd Verluste bei der Wärmeverteilung für die Heizung kWh/(m²a)
qTWd Verluste bei der Wärmeverteilung für das Warmwasser kWh/(m²a)
qs Speicherverkuste der Heizung kWh/(m²a)
qTWs Speicherverluste beim Warmwasser kWh/(m²a)
eg Aufwandszahl für die Erzeugung der Heizwwärme
eTWg Aufwandszahl für die Erzeugung des Warmwassers
fP Primärenergiefaktor
α Deckungsanteil
ep Anlagenaufwandstahl, Verhältnis Primärenergiebedarf zu Heizwärmebedarf und Trinkwasser-Wärmebedarf
HT' spezisicher,auf die Wärme übertragende Umfassungsfläche bezogener Wärmeverlust W/(m²K)
HT spezifischer Wärmeverlust W/K
A Wärme übertragende Hüllfläche
Ve Bruttovolumen
Ai Einzelflächen der Wärme übertragenden Hüllfläche
Fxi Temperaturkorrekturfaktoren für Bauteile, die nicht an Außenluft grenzen
Ui Wärmedurchgangskoeffizienten der Bauteile i W/(m²K)
ΔHWB zusätzlicher spezifischer Verlust der Wärmebrücken W/K
AN Gebäudenutzfläche
NGF Netto-Grundfläche, exklusive Konstruktionsgrundflächen

DIN-Normen zur EnEV

Durchführungsverordnungen der Länder.

dena-Portale zu energieeffizienten Gebäuden

geea.

Die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) ist ein Zusammenschluss aus Vertretern aus Industrie, Forschung, Handwerk, Planung, Energieversorgung und Finanzierung.

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Energie- und Klimaschutzmanagement für Städte und Gemeinden: Von der ersten Idee bis zur Umsetzung.

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