Gebäudereport 2016 - Sanierungsrate weiterhin viel zu niedrig

Der Gebäudereport der dena bietet einen umfassenden Überblick über die Energieeffizienz im Gebäudebereich. Er wird regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. Uwe Bigalke, Projektleiter bei der dena und Mitautor, über die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Ausgabe.

Herr Bigalke, was ist das Besondere am dena-Gebäudereport und welche Inhalte finden Leser darin?

Der dena-Gebäudereport ist das umfassendste Zahlenwerk zur Gebäudeenergieeffizienz in Deutschland. Er enthält eine aktuelle Bestandsaufnahme der 2016 veröffentlichten Zahlen, aber keine Handlungsempfehlungen. Ziel ist es, die Entwicklung im Gebäudebereich detailliert aufzuzeigen. Mittlerweile ist der Report 200 Seiten stark und wird von uns regelmäßig aktualisiert. Besonders interessant ist er für Politik, Verbände und Wissenschaft, aber auch für Branchenexperten wie Architekten oder Ingenieure.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse der neuen Ausgabe?

Der aktuelle dena-Gebäudereport wirft zunächst einen Blick auf den Stand der Energiewende: Wir haben uns angeschaut, ob die politischen Ziele mit den energetischen Entwicklungen im Gebäudesektor zu erreichen sind. Deutlich wird: Es muss in allen Bereichen noch viel getan werden, um die Ziele für das Jahr 2020 zu schaffen. Außer bei den erneuerbaren Energien – deren Anteil ist so stark gestiegen, dass die Erwartungen sehr wahrscheinlich erfüllt werden. Geht es um den Wärmebedarf der Gebäude, der um 20 Prozent sinken soll, sieht es allerdings nicht gut aus. Von 2008 bis 2015 haben wir klimabereinigt erst knapp zehn Prozent geschafft. Klar ist: Die bisher ergriffenen Maßnahmen des Bundes reichen nicht aus. Das gilt auch für die angestrebte Sanierungsrate von jährlich zwei Prozent. Sie liegt weiterhin nur etwa bei der Hälfte.

Was kann für die Erreichung der Klimaziele getan werden?

Um die Ziele für 2020 noch erreichen zu können, müssen nun kurzfristig sehr bedeutende Maßnahmen ergriffen werden. Im Gebäudebereich könnte das beispielsweise die schon oft angekündigte Steuerförderung für die energetische Sanierung sein. Oder eine groß angelegte Fortführung der bisherigen Kampagnen „Deutschland macht’s effizient“ und „Die Hauswende“. Die Kampagnen könnten noch mehr erreichen, wenn künftig zusätzlich zur Information der Öffentlichkeit deutschlandweit Energieberater Haushalte kostenlos besuchen und mit den Nutzern und Eigentümern individuelle Lösungen besprechen könnten.

In welchen Bereichen ist der Energiebedarf besonders hoch?

In Deutschland verbrauchen wir jährlich etwa 2.470 Terawattstunden (TWh) Energie. Mit 780 TWh entfällt der Großteil auf die Gebäudewärme, gefolgt von Verkehr mit 770 TWh und Industriewärme mit 490 TWh. Der Stromverbrauch in anderen Anwendungsbereichen wie Maschinen, Beleuchtung, Computer oder Haushaltsgeräte ist mit 430 TWh zwar der kleinste Bereich, verursacht jedoch die höchsten CO2-Emissionen. Bei den Immobilien verbrauchen die Wohngebäude mit 530 TWh etwa zwei Drittel der Wärme und die Nichtwohngebäude, wie Gewerbeeinheiten, Büro- oder Krankenhäuser, insgesamt etwa ein Drittel – nämlich 250 TWh.

Das Verbraucherverhalten spielt dabei eine wichtige Rolle. Das wird daran deutlich, dass der Verbrauch in den Jahren, in denen die Energiepreise hoch waren, schneller gesunken ist. Klar ist aber auch, dass die Klimaziele nicht ausschließlich durch geändertes Nutzerverhalten erreicht werden können, sondern bis 2050 die energetische Qualität der Gebäude entscheidend ist. Die Politik muss sich deswegen noch stärker für die energetische Sanierung des Gebäudebestands einsetzen. Hierfür macht sich auch die dena stark.

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Der Gebäudereport der dena bietet einen umfassenden Überblick über die Energieeffizienz im Gebäudebereich. Uwe Bigalke, Projektleiter bei der dena und Mitautor, berichtet im Interview über die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Ausgabe. Zum Interview.

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