Politik

Wie die Gebäude-Energiewende gelingen kann

Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, müssen auch im Gebäudebereich große Mengen CO₂ eingespart werden. Das aktuelle Tempo reicht dafür aber nicht aus. Die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) hat jetzt einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, mit dem die Ziele wieder in Reichweite gelangen sollen.

Foto: geea

Die Zahl ist gewaltig: Minus 49 Millionen Tonnen in den nächsten zehn Jahren. Eine Reduktion von aktuell 121 Mio. Tonnen auf 72 Mio. Tonnen Treibhausgase im Gebäudebereich sieht der Klimaschutzplan der Bundesregierung vor. Das bedeutet jährliche Einsparungen von fünf Mio. Tonnen. Eine Zielmarke, die wir momentan noch deutlich unterschreiten.

Doch wie kann der Gebäudebereich zumindest in die Nähe des geforderten Einsparungsziels kommen? Die geea, ein branchenübergreifender Zusammenschluss, dem unter anderem die dena angehört, identifiziert drei Bereiche, in denen deutliche Fortschritte nötig sind: Bei der Förderung, dem Ordnungsrecht sowie bei der Beratung und Kommunikation.

Die steuerliche Förderung bleibt hoch im Kurs

Aber was und wie soll mehr gefördert werden? Auf Platz eins bringt die geea einen alten Bekannten zurück ins Spiel: Die steuerliche Absetzung von Sanierungsmaßnahmen. Seit Jahren gefordert fand das Instrument auch Eingang in den Koalitionsvertrag. Daneben werden verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Abnutzung sowie mehr Förderung für Einzelmaßnahmen, Effizienzhäuser und Nichtwohngebäude verlangt. Weiterhin sollten auch neue Technologien und Pilotprojekte verstärkt gefördert werden. Genau wie die dena fordert auch die geea dabei, dass nicht einzelne Technologien diskriminiert werden.

Doch seien auch mehr Beratung und eine bessere Kommunikation der Energiewende notwendig, so die Verfasser. Konkret fordern sie eine auf zehn Jahre angelegte Beratungsoffensive für Wohn- und Nichtwohngebäude. Hinzu kommen die Einrichtung eines Gebäudeexpertenzentrums sowie eine Informationskampagne zum Energiespar-Contracting - ein Modell, bei dem die Planung und Ausführung von Energieeffizienzmaßnahmen an einen externen Dienstleister ausgelagert werden.

Eine Lücke bleibt

Getreu dem Motto „Anreize statt Verpflichtungen“ sieht der Maßnahmenkatalog im Bereich des Ordnungsrechts keine großen Sprünge vor. So sollten die energetischen Anforderungen an Neubauten erst und nur gegebenenfalls ab 2025 angepasst werden. Die bestehenden Anforderungen an Bestandsgebäude, wie die Dämmung des Daches und der Austausch veralteter Heizkessel, sollten aber konsequenter durchgesetzt werden. Auch sollte ein hydraulischer Heizungsabgleich bei bestimmten Anlässen verpflichtend werden. Zuletzt wünscht sich die geea, dass Bund, Länder und Kommunen ihrer Vorbildfunktion bei Neubau und Sanierung stärker nachkommen.

Von den skizzierten Maßnahmen verspricht sich die geea eine zusätzliche CO₂ Reduzierung um 12,5 Mio. Tonnen bis 2030. Verglichen mit einem Referenzszenario der dena stieße Deutschland damit im Jahr 2030 nur noch 87 Mio. statt 100 Mio. Tonnen Treibhausgase aus. Die Reduktion reicht also auch nicht aus, um die Zielmarke von 72 Mio. Tonnen zu treffen. Um die verbleibende Lücke zu schließen fordert die Allianz eine offene Diskussion über weitere Maßnahmen: von einer pauschalen Bepreisung von CO₂ bis zum Handel von Emissionsrechten im Gebäudebereich.

Quelle: Politikbrief der geea