PANORAMA

Mieter bei Sanierungen weniger belasten

Während der Sanierungsarbeiten an Altbauten müssen meist alle Mieter ausziehen. Ein Forscherteam testet in München jetzt ein modulares Instandsetzungsverfahren, welches dies verhindern soll. Kernstück der Sanierung soll eine sparsame Außenwandheizung sein.

Foto: wikicommons / GFreihalter

Im Münchner Viertel Neuhausen-Nymphenburg testet ein interdisziplinäres Forscherteam ein neuartiges Verfahren, welches die Belastung von Mieterinnen und Mietern während einer Altbausanierung reduzieren soll. Das Team unter Leitung der Berliner Beuth Hochschule will mit modularen Verfahren jede Wohnung einzeln und nacheinander sanieren. So kann verhindert werden, dass alle Bewohner das Haus während der Sanierungsarbeiten verlassen müssen.

Das alte und nur schwer sanierbare Gebäude soll durch die Sanierung auf den aktuellen Stand der Energiesparverordnung gebracht werden. Dazu nutzt das Projektteam passive und aktive Energiesparmaßnahmen.

Großflächige Außenwandheizung benötigt weniger Wärmeenergie

Wärme sollen die Bewohner zukünftig über die Wände des Altbaus bekommen. Hierfür wird eine Außenwandheizung in der Fassade installiert. Die Rohrleitungen der Anlage werden nah an der Wandinnenseite montiert – so entsteht eine angenehme Wandtemperatur im Inneren, während nur wenig Wärme an die Außenluft verloren geht.

Da die neue Heizung ihre Wärme über eine sehr große Fläche abgibt, sind nur geringe Vorlauftemperaturen nötig. Ein Vorteil, denn so kann die Anlage mit grünen Energieträgern betrieben werden. Es bieten sich etwa eine Erdwärmepumpe oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe an. Auch die Nutzung von Solarthermie oder von Fernwärme aus einer ressourcenschonenden Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage wären geeignet. Das Forscherteam hat nun mit Praxistests vor Ort begonnen.

Quelle:
Meldung von ENERGIEWENDEBAUEN