POLITIK

geea-Politikbrief: Klimapaket ist wichtiger Schritt

Die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) und ihr Sprecher, dena-Vorsitzender Andreas Kuhlmann, bewerten das Klimapaket der Bundesregierung als wichtigen Schritt für die Erreichung der deutschen Klimaziele im Gebäudebereich. Klar sei jedoch auch, dass die vorgeschlagenen Instrumente noch nicht ausreichend sind. Nötig seien deshalb weitere Maßnahmen.

Foto: geea

Die gute Nachricht zuerst: Im Klimapaket sind wichtige Maßnahmen für die Energiewende im Gebäudesektor festgeschrieben worden, so Kuhlmann. Neben einigen sinnvollen Maßnahmen wie Steuervergünstigungen für Sanierungsvorhaben oder der Anhebung von Fördersätzen gibt es aber auch Anlass zur Kritik. So zum Beispiel für die von der Bundesregierung vorgesehene Austauschprämie für alte Ölheizungen. Statt nur eine einzelne Gebäudekomponente zu fördern, wünschte die geea, alle elementaren Sanierungsmaßnahmen würden im Sinne der Technologieoffenheit dieselbe Förderung erhalten.

Eine zukunftsweisende Umsetzung

Nachdem das Klimapaket Mitte November vom Bundestag beschlossen wurde, gilt es bei der Umsetzung wichtiger Maßnahmen vieles zu beachten, so der aktuelle geea Politikbrief:

  • Bei der Implementierung von steuerlichen Anreizen für Sanierungen in selbstgenutzten Immobilien käme es beispielsweise auf eine schnelle Umsetzung an. Um dieses Angebot attraktiv zu gestalten, solle sich die steuerliche Förderung an möglichen Zuschussförderungen orientieren.
     
  • Die Austauschprämie für Ölheizungen bildet den Auftakt einiger Maßnahmen, um die Zahl der mit Öl beheizten Gebäude in Deutschland zu senken. Eine solche Austauschprämie wäre ebenso für weitere Bauteile wie Fenster erstrebenswert.
     
  • Bei der Förderung serieller Sanierungen kommt es laut Kuhlmann vor allem auf eine aktive Markterschließung und Schnelligkeit bei der Umsetzung an.
     
  • Um das Wissen bezüglich der vielseitigen Energiespar-Möglichkeiten vor allem bei Eigentümer*innen aber auch in der Zivilbevölkerung auszubauen, setzt die Bundesregierung auf obligatorische Beratungen bei Besitzer*innenwechsel und eine überarbeitete Kampagnenstrategie für das Programm Deutschland macht´s effizient. Es bliebe sicherzustellen, dass der enorm wachsende Beratungsbedarf auch fachkompetent abgedeckt werden kann.
     
  • Nach der Abfrage der aktuell geltenden energetischen Standards 2023 sollen weiterführende Maßnahmen formuliert werden. Hierbei sollte ein ganzheitlicher Ansatz maßgeblich sein, der nicht nur die Ansprüche an Statik, Brand – und Schallschutz berücksichtigt, sondern auch sozialpolitische und wirtschaftliche Faktoren in den Blick nimmt.
     
  • Um dem Anspruch des Vorbildcharakters beim Neubau von Bundesgebäuden nach dem Effizienzhausstandard 40 gerecht werden zu können, sollten Kontrolle und Evaluation der Baumaßnahmen stets mitgedacht werden.
     
  • Das Klimapaket sieht vor, die Rahmenbedingungen für Mieterstrom zu prüfen. Hier müssten bestehende Hemmnisse abgeschafft und Regulierungen vereinfacht werden.

Für die geea ist klar: Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wurde gemacht. Jetzt hängt die Wirksamkeit des Klimapakets insbesondere von der Schnelligkeit der Umsetzung ab.

Weiterführende Informationen zu Maßnahmen im Gebäudebereich finden Sie hier.