Panorama

Wetterprognosen sollen intelligentere Heizungssteuerung ermöglichen

Um die Heizungstemperatur besser an Veränderungen der Außentemperatur anzupassen, greifen intelligente Thermostate zunehmend auf Wetterprognosen zurück. Start-Ups erhoffen sich von der Technologie signifikante Energieeinsparungen.

Foto: Rudy und Peter Skitterians / pixabay

Moderne Heizungen werden in der Regel anhand der Außentemperatur gesteuert. Sensoren messen, ob es draußen warm oder kalt ist, und passen die Raumtemperatur entsprechend an. Das Problem: Aktuelle Systeme reagieren nur sehr langsam auf plötzliche Wetterveränderungen. Bricht an einem grau verhangenen Tag die Sonne durch die Wolkendecke, dauert es, bis die Anlage erkennt, dass die Heizleistung verringert werden kann. Für die Bewohner*innen bedeutet das nicht nur eine unangenehm aufgeheizte Wohnung, sondern vor allem verschwendete Energie.

Effizienz durch Technologie-Mix

Einen durchdachteren Ansatz bieten nun einige Startups an. Smarte Thermostatsysteme wie das des Münchner Unternehmens Tado werten Wetterprognosen aus und passen die Heizleistung daran an. Steht an einem ansonsten regnerischen Tag für den Abend Sonnenschein an, wird die Heizung vorzeitig abgeschaltet.

Zusätzlich sind viele Geräte zum sogenannten „Geofencing“ in der Lage: Sie erkennen anhand der GPS-Daten von Smartphones, ob sich Bewohner*innen im Haus befinden. Ist dem nicht so, wird auch nicht geheizt. Die Anlage des schwedischen Unternehmens Egain arbeitet sogar mit einem selbstlernenden Algorithmus, der wiederkehrende Muster identifiziert. Dadurch kann das Thermostat noch schneller auf häufig vorkommende Wetterumschwünge reagieren.

Signifikante Energieersparnis

Eine vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung durchgeführte Studie ergab, dass die smarten Thermostate eine Heizenergieersparnis von bis zu 26 Prozent mit sich bringen. Tatsächlich ist der Löwenanteil davon jedoch dem Geofencing zuzuschreiben. Die Ersparnis, die direkt durch die Auswertung von Wetterprognosen zustande kommt, beläuft sich demnach auf rund sieben Prozent.

Trotzdem haben die Prognose-Thermostate großes Potenzial, denn mit dem Voranschreiten der Satellitentechnik werden auch Wettervorhersagen immer genauer. So könnten in Zukunft nicht nur Prognosen für ganze Regionen, sondern auch für einzelne Häuser gemacht werden.

 

Quellen:

Studie des ITG Dresden

Enbausa