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Bauunternehmen stellen Komplettlösungen für Net-Zero-Standard vor

Foto: dena / bureau door

Die Marktentwicklung für serielle Net-Zero-Sanierungslösungen geht in die nächste Phase: Die vier Bauunternehmen BAM Gruppe, B&O Gruppe, ecoworks und Renolution haben Komplettlösungen entwickelt, mit denen sie Mehrfamilienhäuser der 50er bis 70er Jahre nach dem Energiesprong-Prinzip auf einen Net-Zero-Standard sanieren können. Das bedeutet, dass Gebäude im Jahresmittel so viel Energie erzeugen, wie sie für Heizung, Warmwasser und Strom benötigen. Die Lösungen wurden am 5. März 2020 bei der Veranstaltung „Net Zero Now. Für klimafreundliches und bezahlbares Wohnen“ dem Fachpublikum vorgestellt. Mit der Fischbach Gruppe arbeitet ein weiteres Bauunternehmen intensiv an der nächsten Komplettlösung.

„Die hohe Nachfrage der Wohnungswirtschaft gibt natürlich Aufwind für die Entwicklung dieser zukunftssicheren Sanierungslösungen, die jetzt schon den Standard von 2050 erfüllen“, so Uwe Bigalke, Teamleiter Serielle Sanierung/Energiesprong bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). „Aktuell sind wir bei rund 17.000 Wohnungen, die in den nächsten vier Jahren nach dem Energiesprong-Prinzip saniert werden sollen. Das sind noch einmal rund 5.000 mehr als in dem im November verkündeten Volume Deal – und es dürfen gerne noch mehr werden“, so Bigalke weiter.

Gemeinsame Entwicklung von Standards

Die neuen Sanierungslösungen wurden im Rahmen des Accelerator-Programms der Energiesprong-Initiative entwickelt, das von der dena koordiniert und durch das EU-Förderprogramm Interreg NWE „Mustbe0“ unterstützt wird. Die Bauunternehmen wurden durch ein Marktentwicklungsteam und internationale Energiesprong-Expert*innen gecoacht. In Workshops und im engen Austausch mit Wohnungsunternehmen haben sie ihre Produkte zu skalierbaren und kostengünstigen Sanierungslösungen weiterentwickelt, mit denen Mehrfamilienhäuser schnell und mieter*innenfreundlich einen Net-Zero-Standard erreichen können. Der Austausch mit den Wohnungsunternehmen wird auch über das Programm hinaus fortgesetzt, um gemeinsame Standards für den Zukunftsmarkt der seriellen Sanierung zu entwickeln.

Über Energiesprong

Beim seriellen Sanieren nach dem Energiesprong-Prinzip handelt es sich um einen international ausgezeichneten, digitalisierten Bauprozess mit vorgefertigten Elementen für Fassade, Dach und Haustechnik, mit denen Gebäude schnell, klima- und mieter*innenfreundlich saniert werden können.

In Deutschland wird Energiesprong von der dena koordiniert und vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen unterstützt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) finanziert das dena-Projekt. Die Umsetzung der ersten Piloten in Deutschland und das Accelerator-Programm werden zudem über das EU-Programm Interreg NWE „Mustbe0“ gefördert.

Mit dem Volume Deal, einer gemeinsamen Absichtserklärung von Wohnungswirtschaft und Bauwirtschaft, gelang am 26. November 2019 ein Durchbruch bei der Marktentwicklung serieller Sanierungslösungen in Deutschland: 22 Wohnungsunternehmen bündeln ihre Nachfrage und stellen 11.635 Wohnungen bereit, die in den nächsten vier Jahren seriell saniert werden sollen.

 

Weitere Eindrücke und Infos zur Veranstaltung auf energiesprong.de , im Rückblick zu den Nachmittags-Workshops , auf dem Twitterkanal @Energiesprong.DE und in der Ankündigung der Veranstaltung.

Eine Bildergalerie mit Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.