POLITIK

Photovoltaik: Bundesnetzagentur schlägt neues Prosumer-Modell vor

Im Januar endete für die ersten Solaranlagen die EEG-Förderung. Die Bundesnetzagentur macht jetzt Vorschläge, wie diese Anlagen wieder nachhaltig in den Strommarkt eingebunden und ihre Betreiber*innen als Prosumer eine Förderung erhalten könnten.

Foto: Unsplash / Vivint Solar

Die ersten 20.000 Solaranlagen fielen im Januar aus der EEG-Förderung. Anlagenbetreiber*innen können seitdem ihren Strom nur unter komplizierteren Bedingungen ins Netz einspeisen. Doch auch für neuere Anlagen rufen viele Stimmen nach neuen Regelungen, die eine einfache Stromeinspeisung und damit das sinnvolle Betreiben von Kleinanlagen ermöglichen.

Um auch kleine Solaranlagen in Zukunft nachhaltig zu fördern, hat die Bundesnetzagentur jetzt ein Prosumer-Modell vorgeschlagen, das Förderung, Eigenverbrauch und Marktintegration zusammenbringen soll. Der über Kleinanlagen erzeugte Solarstrom soll demnach in das Bilanzierungssystem integriert werden, damit – auf oft fossilen Energien beruhende – Doppelversorgungen vermieden werden. Wer eine Kleinanlage betreibt, wird so zum Prosumer.

Bisher ineffiziente Doppelversorgung mit Strom

Die Gesetze des Strommarkts in Deutschland verpflichten die großen Stromlieferanten bisher, die Prosumer unabhängig von ihrem durch Solaranlagen in sonnigen Stunden selbst erzeugten Strom mit Graustrom zu versorgen. Folglich kommt es zu einer Unausgeglichenheit im Stromnetz, da zu viel Strom verfügbar ist. Speziell für diese Fälle müssen Regelenergiekraftwerke aktiviert werden, die wiederum die Erzeugung von Strom in fossilen Kraftwerken drosseln. Am Ende führt die Doppelversorgung also zu einem zusätzlichen CO2-Ausstoß.

Betreiber*innen sollen zukünftig zwischen drei Optionen wählen können

Um eine ineffiziente Stromversorgung zu verhindern und die solare Stromeinspeisung von neuen und ausgeförderten Solaranlagen sinnvoll zu gestalten, beschreibt die Bundesnetzagentur mit dem Prosumer-Modell drei Optionen, zwischen denen Prosumer wählen können.

Markt-Option: Die Solaranlagenbetreiber*innen nehmen als Prosumer aktiv am Strommarkt teil, was ihnen Chancen eröffnet, aber auch Verantwortung bedeutet.

Netzbetreiber-Option: Netzbetreiber nehmen den erzeugten Solarstrom komplett ab und vermarkten ihn über den EEG-Ausgleichsmechanismus. Neue Anlagen können mit einer hohen Investitionssicherheit rechnen, während alte Anlagen an Stelle der Förderung einen anteiligen Wertersatz von 80 % des Monatsmarktwertes erhalten.

Lieferanten-Option: Diese Option verbindet die beiden ersten Optionen. Prosumer können den selbst erzeugten Strom im Haushalt nutzen und überschüssigen Strom im Netz speichern. Bei Ausfall des Netzstroms kann die Anlage den Prosumer weiter versorgen.

Ausgeförderte Anlagen sollen nach dem Vorschlag der Bundesnetzagentur automatisch in die Netzbetreiber-Option fallen, solange die Betreiber*innen nicht zu einer der beiden anderen Optionen wechseln. Eigentümer bestehender Anlagen, die sich noch in der Förderdauer befinden, könnten entweder den Verbrauch nach dem Standardlastprofil beibehalten oder zu einer der drei Optionen wechseln.

Quellen:

Vorschlag der Bundesnetzagentur

Artikel auf klimareporter.de