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Fraunhofer-Test: Wärmepumpen bringen auch Vorteile in Bestandsgebäuden

Klimafreundlichkeit und große Energieeffizienz: Schon seit Jahren können Eigentümer*innen von Neubauten von den Vorteilen einer Wärmepumpe profitieren. Die Installation einer solchen Anlage in Bestandsgebäuden galt hingegen kaum als Option. Zu Unrecht: Ein mehrjähriger Feldtest des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zeigt: Die Wärmepumpe überzeugt auch im Altbau.

Foto: flickr / Nenad Stojkovic

In Deutschland ist die zukunftsweisende Technologie Wärmepumpe längst in der Gegenwart angekommen: Fast die Hälfte aller Neubauten wird mittlerweile mit einer Wärmepumpe beheizt. Eigentümer*innen können sich über eine positive Klimabilanz und eingesparte Heizkosten freuen. Inwiefern die modernen Heizsysteme aber auch in Bestandsgebäuden ökologisch und finanziell Sinn ergeben, war bisher unklar.

Kaum Störungen, große CO2-Ersparnis

Licht ins Dunkel bringt nun ein neuer Feldtest des Fraunhofer ISE. Über mehrere Jahre hinweg untersuchten die Wissenschaftler*innen des Instituts 56 mit Wärmepumpen ausgestattete Bestandsgebäude. Das Ergebnis: Auch in älteren Gebäuden liefern Wärmepumpen zuverlässig Wärme, Störungen treten nur selten auf. Ebenso überzeugten die untersuchten Anlagen durch Klimafreundlichkeit: Gebäude mit Außenluft-Wärmepumpen stießen 19 bis 47 Prozent weniger CO2 aus, als es mit einer fossilen Heizung der Fall gewesen wäre. Bestandsgebäude mit Erdreich-Wärmepumpen konnten sogar eine Ersparnis von 39 bis 57 Prozent verbuchen.

Die individuellen Bedingungen sind entscheidend

Ob ein Wärmepumpsystem auch für das eigene Gebäude von Vorteil ist, sollte trotzdem immer individuell entschieden werden. „Ein erfolgreicher Betrieb hängt nicht nur von der Qualität und Effizienz der Wärmepumpe ab, sondern vor allem auch von äußeren Faktoren“, sagt Dr. Marek Miara, Koordinator Wärmepumpen am Fraunhofer ISE. „Dazu gehört vor allem das energetische Niveau des Gebäudes und das installierte Wärmeübergabesystem.“

Lukrative Förderungsangebote

Wer sein Gebäude mit einer modernen Heizanlage aufrüsten möchte, kann sich aktuell über großzügige Förderungsgelder freuen: Tauscht man seine Ölheizung gegen eine Wärmepumpe aus, zahlt der Staat bis zu 45 Prozent der Investition zurück. Wird ein anderes Heizsystem ersetzt, schlägt die Förderung mit immerhin 35 Prozent zu Buche.

Quellen:

Pressemitteilung des Fraunhofer ISE

Pressemitteilung ait Deutschland