POLITIK

Deutsche heizen weniger – trotzdem kaum Rückgang der CO₂-Emissionen in Wohngebäuden

Eigentlich sind es gute Nachrichten: Im vergangenen Jahr sank erstmals seit 2015 der Heizenergiebedarf und laut DIW-Wärmemonitor sind die CO₂-Emissionen durch das Beheizen von Wohngebäuden seit 2010 deutlich gesunken. Trotzdem ist das Erreichen der Klimaziele in Gefahr.

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Ende September veröffentlichte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seinen jährlichen Wärmemonitor mit zunächst positiv klingenden Zahlen: Der Heizenergiebedarf sank 2019 um 3,2 Prozent, seit 2010 sind die CO2-Emissionen im Wohngebäudesektor um 21 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang sei allerdings größtenteils den wärmeren Wintern der letzten Jahre zu verdanken und weniger den Anstrengungen für mehr Gebäudeeffizienz, so das DIW. Temperatur- und witterungsbereinigt sanken die CO2-Emissionen demnach nur um 2,6 Prozent – zu wenig für das Erreichen der Klimaziele bis 2030.

Mehr energetische Sanierungen dringend nötig

Es braucht daher weiterhin dringend mehr energetische Sanierungen, schließlich liegt die Sanierungsrate bei Wohngebäuden momentan nur bei einem statt der angestrebten zwei Prozent. Die DIW-Autor*innen des Wärmemonitors fordern deshalb zusätzliche Anreize für energieeffiziente Gebäudesanierungen und hoffen, dass die Investitionsbereitschaft im nächsten Jahr dank höherer Förderraten und der Einführung der CO2-Bepreisung steigt.

CO2-Bepreisung darf nicht zu sozialer Belastung führen

Um Menschen mit geringerem Einkommen durch diese Maßnahme nicht zu belasten, empfehlen die Autor*innen außerdem eine Klimaprämie, die aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung finanziert wird. Steigende Energiepreise haben im vergangenen Jahr bereits dazu geführt, dass Mieter*innen trotz geringerem Bedarf rund 2,4 Prozent mehr Heizkosten zahlten. Durchschnittlich stiegen die Preise für Heizöl und Erdgas um 5,6 Prozent, wobei hier große regionale Unterschiede zu beobachten sind.

Der Wärmemonitor des DIW basiert auf Daten des Energiedienstleisters ista Deutschland, der dafür Abrechnungen aus rund 300 000 Mehrparteienhäusern auswertet.

 

Quelle:

Pressemitteilung des DIW