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Mieter*innen vs. Vermieter*innen: Wie gelingt sozial verträglicher und effizienter Klimaschutz in Mietwohnungen?

Wie lassen sich die finanziellen Belastungen energetischer Gebäudesanierungen gerecht zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen aufteilen? Ansätze dazu analysiert die Agora Energiewende in einem neuen Impulspapier.

Foto: Agora Energiewende

Erklärtes Klimaziel der Bundesregierung ist es, bis 2050 Klimaneutralität im Gebäudebestand zu erreichen. Wie dies in Mietwohnungen sozial verträglich und effizient umsetzbar ist, untersucht die Agora Energiewende in ihrem neuen Impulspapier „Wie passen Mieterschutz und Klimaschutz unter einen Hut?“. Die Publikation stellt vier Kernergebnisse vor:

  1. Die momentan geltende Modernisierungsumlage für Gebäude führt eher zu einer Erhöhung der Mieten als zu einer Entlastung des Klimas.
     
  2.  In anderen Ländern hat sich gezeigt, dass effizienter Klimaschutz im Gebäudesektor durch eine Kombination aus Warm- statt Kaltmieten und hohen CO2-Preisen umsetzbar wird. Eigentümer*innen erhalten dadurch Anreize für Investitionen in Energieeffizienz.
     
  3. Die gesetzliche Einführung von Warmmieten mit Temperaturfeedback in Deutschland würde sowohl für Mieter*innen als auch Vermieter*innen Effizienzanreize schaffen.
     
  4. Der Schlüssel zur Wärmewende im Gebäudesektor liegt in der Kombination von vier Elementen: stetig steigenden CO2-Preisen, Warmmieten, staatlicher Förderung und verpflichtenden Sanierungsfahrplänen.

Rechtssichere Umsetzbarkeit des Warmmietenmodells gegeben

Beim von der Agora Energiewende vorgeschlagenen Warmmietenmodell mit Temperaturfeedback, auch „Referenztemperatur-Modell“ genannt, wird statt der meist üblichen Kaltmiete eine Warmmiete für die geheizte Wohnung gezahlt. Im Vorhinein wird zwischen Mieter*in und Vermieter*in eine Raumtemperatur vereinbart, für die ein Referenzverbrauch festgestellt wird. Weicht der Energieverbrauch von diesem Referenzwert ab, müssen Mieter*innen nach- bzw. Vermieter*innen zurückzahlen.

In einer weiteren Analyse der Agora Energiewende wird ergänzend dazu die Vereinbarkeit dieses Modells mit der europäischen Energieeffizienzrichtlinie untersucht. Das Ergebnis: Eine rechtssichere Umsetzbarkeit in Deutschland sei möglich, wenn der Verbrauch individuell erfasst werde.

Zum Impulspapier „Wie passen Mieterschutz und Klimaschutz unter einen Hut?“

Zum Gutachten zur Umsetzbarkeit des Referenztemperatur-Modells

 

Quellen:

Impulspapier „Wie passen Mieterschutz und Klimaschutz unter einen Hut?“ der Agora Energiewende

Gutachten der Agora Energiewende zur Vereinbarkeit des „Referenztemperatur-Modells“ mit den Vorgaben der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED)

Artikel des Tagesspiegels zur Wärmewende im Gebäudesektor

vgl. Bundesstelle für Energieeffizienz