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Neue Studie zeigt Potenzial von Fernwärme für die Wärmewende

Im Vergleich zum Stromsektor ist der Anteil erneuerbarer Energien im Wärmesektor noch gering. Eine Studie stellt jetzt das Potenzial von Fernwärme aus erneuerbaren Energien für die Wärmewende heraus.

Foto: Wikimedia Commons / Abubiju

45 Prozent der deutschen Wärmerzeugung soll bis 2030 aus erneuerbaren Energien stammen, so das Ziel der Bundesregierung. Eine aktuelle Studie von Prognos und dem Hamburg Institut im Auftrag des Energieeffizienzverbands für Wärme und Kälte (AGFW) kam nun zu dem Ergebnis, dass der Ausbau von Fernwärme dafür eine große Rolle spielt. Durch die Fokussierung auf Großwärmpumpen, Geothermie und Solarthermie als Energiequellen könne der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärme bis 2030 auf 45 Prozent steigen, was einer Verdreifachung im Vergleich zu 2018 entspreche.

Förderbedingungen müssen angepasst werden

Dass der Wärmesektor vom Stromsektor derart abgehängt ist, was den Ausbau der Erneuerbaren angeht, hängt laut der Studie vor allem damit zusammen, dass die Investitionen bisher nicht ausreichen. Fossile Energieträger seien immer noch wesentlich erschwinglicher als erneuerbare, so die Autor*innen. Hier müssten Fördermittel ansetzen: Nötig sei ein Gesamtinvestitionsbedarf von circa 33 Milliarden Euro bis 2030.

Bisherige Gesetze wie das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) oder das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) würden Förderungen im Bereich des Wärmesektors an die Stromproduktion binden, der Ausbau erneuerbarer Wärme würde damit nur indirekt gefördert werden. Ein aktuell erarbeitetes Förderprogramm, „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“, könnte hier ansetzen. Bei den richtigen Förderbedingungen könnte der Ausbau der erneuerbaren Fernwärme eine schnelle, sozialverträgliche Wirkung erzielen, so Christian Maaß, Geschäftsführer des Hamburg Instituts.

Fernwärme in der Wohnungswirtschaft gewinnt an Relevanz

Fernwärme spielt gerade in der Wohnungswirtschaft eine große Rolle für die Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser. Wegen des steigenden Bedarfs spricht sich die Studie für einen Ausbau von Fernwärme aus, sodass langfristig 30 Prozent der Wärmeversorgung im Gesamtgebäudebestand darüber erfolgen kann. Betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärmeversorgung 2018 noch 15 Prozent, müsste dieser spätestens mit dem Kohleausstieg steigen.

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